Wenn wir die Welt für unsere Kinder bewahren wollen, müssen wir heute damit beginnen, unser Verhalten zu ändern und Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen.
Es ist absolut sicher, dass wir nicht die einzigen Lebewesen sind, die mit Emotionen ausgestattet sind, die Freude und Trauer, Aufregung und Verzweiflung empfinden können.
Hintergrund & Bedeutung
Jane Goodall verfasste diese Zeilen in ihrem 1971 erschienenen Werk „In the Shadow of Man“, das ihre bahnbrechenden Langzeitstudien an Schimpansen im Gombe-Stream-Nationalpark in Tansania zusammenfasst. Zu Beginn ihrer Forschung in den 1960er-Jahren stieß sie auf massiven Widerstand der wissenschaftlichen Gemeinschaft, da sie Tieren Namen statt Nummern gab und ihnen individuelle Persönlichkeiten zuschrieb. Die damalige Ethologie betrachtete Tiere primär als instinktgesteuerte Automaten; Goodalls Beobachtungen stellten dieses mechanistische Weltbild radikal infrage und vermenschlichten die Primaten in den Augen der Öffentlichkeit.
Die Aussage bricht mit dem anthropozentrischen Dogma, dass emotionale Tiefe ein Exklusivmerkmal des Menschen sei. Goodall argumentiert, dass die biologische Verwandtschaft zwischen Mensch und Schimpanse sich nicht nur im Erbgut, sondern auch in der Komplexität des Gefühlslebens widerspiegelt. Freude, Trauer und Verzweiflung werden hier als evolutionäre Kontinuitäten verstanden, die über Artgrenzen hinweg existieren. Damit legte sie den Grundstein für eine moderne Tierethik, die Tieren einen moralischen Eigenwert zuspricht, der auf ihrer Empfindungsfähigkeit basiert.
Heute fungiert die Passage als zentrales Credo der Tierschutzbewegung und der kognitiven Ethologie. Sie wird regelmäßig in philosophischen Debatten über Tierrechte sowie in populärwissenschaftlichen Dokumentationen zitiert, um Empathie für gefährdete Arten zu wecken. In einer Zeit, in der das Artensterben und die industrielle Tierhaltung kritisch hinterfragt werden, dient das Zitat als Mahnung, die Verbindung zur Natur nicht als Herrschaftsverhältnis, sondern als Verwandtschaft zu begreifen.
