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Zitate von Molière

Dramatiker, Schauspieler · Französisch · 1622–1673

Molière war einer der bedeutendsten französischen Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter des 17. Jahrhunderts, der die klassische Komödie durch scharfsinnige Gesellschaftskritik und psychologische Tiefe revolutionierte.

17 Zitate

Jean-Baptiste Poquelin, weltbekannt unter seinem Künstlernamen Molière, wurde 1622 in Paris als Sohn eines königlichen Hoflieferanten geboren. Trotz einer juristischen Ausbildung entschied er sich gegen eine bürgerliche Karriere und gründete das Illustre Théâtre. Nach anfänglichen Misserfolgen und einer langjährigen Wanderschaft durch die französische Provinz kehrte er nach Paris zurück, wo er die Gunst Ludwigs XIV. gewann. In der Ära des Absolutismus schuf er ein umfangreiches Werk, das von der Farce bis zur Charakterkomödie reicht und das französische Nationaltheater maßgeblich prägte. Sein Tod im Jahr 1673, unmittelbar nach einer Aufführung von ‚Der eingebildete Kranke‘, in der er selbst die Hauptrolle spielte, festigte seinen Legendenstatus. Molières Denken war von einem tiefen Skeptizismus gegenüber Heuchelei, religiösem Fanatismus und menschlicher Eitelkeit geprägt. In seinen Stücken wie ‚Tartuffe‘, ‚Der Menschenfeind‘ oder ‚Der Geizige‘ thematisierte er immer wieder den Konflikt zwischen individuellem Trieb und gesellschaftlicher Norm. Seine Überzeugung war, dass das Lachen ein moralisches Korrektiv darstellt: Indem er die Laster seiner Zeitgenossen lächerlich machte, hielt er der Gesellschaft einen Spiegel vor. Er plädierte für Vernunft, Aufrichtigkeit und ein gesundes Maß an Pragmatismus, wobei er sich oft gegen den Dogmatismus der Kirche und der Wissenschaft, insbesondere der damaligen Medizin, wandte. Das Vermächtnis Molières ist bis heute in der Weltliteratur und der darstellenden Kunst präsent. Er erhob die Komödie in den Rang einer ernstzunehmenden literarischen Gattung, die psychologische Komplexität mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet. Seine Charaktere sind zu Archetypen geworden, die zeitlose menschliche Schwächen verkörpern. Die Académie française bezeichnet die französische Sprache bis heute als die ‚Sprache Molières‘. Sein Einfluss erstreckt sich über die Aufklärung bis hin zum modernen Drama, da seine Technik der satirischen Entlarvung von Machtstrukturen und Doppelmoral weiterhin als Vorbild für kritische Literatur dient.