Wenn wir aufhören, uns gegenseitig die Sätze zu Ende zu denken, weil wir schon wissen, was der andere sagen will, fangen wir an, nur noch mit unserem eigenen Schatten zu…
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Wenn wir aufhören, uns gegenseitig die Sätze zu Ende zu denken, weil wir schon wissen, was der andere sagen will, fangen wir an, nur noch mit unserem eigenen Schatten zu…
Wenn du deine Sätze im Vorfeld wie rohe Eier behandelst, um niemanden zu stören, erstickst du den eigentlichen Grund, warum wir überhaupt den Mund aufmachen.
Wenn du deine Sätze immer erst im Stillen polierst, bis sie glänzen, nimmst du uns die Chance, in der unfertigen Wahrheit wirklich aufeinander zu treffen.
Wenn du deine Sätze mit einem Lächeln beginnst, nur um das Nein danach sanft zu verpacken, hast du mich nicht überzeugt, sondern mich lediglich in meiner Wachsamkeit bestätigt.
Wenn du deine Sätze nur als Vorbereitung für deinen nächsten Monolog nutzt, hast du den Raum zwischen uns längst zu einer Einbahnstraße gemacht.
Wenn du deine Sätze immer erst im Kopf zurechtfeilst, bis sie perfekt klingen, verlierst du genau den Moment der Echtheit, in dem wir uns eigentlich hätten wirklich nahekommen können.
Wir verbringen Stunden damit, unsere Sätze so kunstvoll zu polieren, dass am Ende gar kein Platz mehr für den eigentlichen Kern bleibt, den wir eigentlich teilen wollten.
Wenn du deine Sätze ständig mit einer Rechtfertigung betonst, verhinderst du eigentlich nur, dass wir jemals beim Kern dessen ankommen, was dich wirklich bedrückt.
Stell dir vor, wir würden für eine Woche alle Adjektive aus unseren Sätzen streichen; ich wette, das Wesentliche käme endlich schneller bei uns an.
Wenn wir aufhören, die Lücken zwischen unseren Sätzen nur mit Lärm zu füllen, hören wir vielleicht endlich das, was sich schon seit Jahren ungesagt im Raum zwischen uns aufgestaut hat.