Die Welt muss romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder. Romantisieren ist nichts als eine qualitative Potenzierung.
Zitate von Novalis
Novalis, bürgerlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, war ein einflussreicher deutscher Dichter und Philosoph der Frühromantik, bekannt für seine Lyrik und die Erfindung der 'Blauen Blume' als Symbol der Sehnsucht.
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Novalis wurde 1772 in Oberwiederstedt in eine pietistisch geprägte Adelsfamilie geboren. Sein Werdegang war geprägt von einer tiefgreifenden Verbindung zwischen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften; er studierte Rechtswissenschaften in Jena, Leipzig und Wittenberg und absolvierte zudem eine Ausbildung an der Bergakademie Freiberg. In Jena begegnete er prägenden Persönlichkeiten wie Friedrich Schiller und Johann Gottlieb Fichte, deren Philosophien sein Denken maßgeblich beeinflussten. Sein Leben war jedoch auch von persönlichen Tragödien überschattet, insbesondere durch den frühen Tod seiner Verlobten Sophie von Kühn, ein Ereignis, das seine literarische Auseinandersetzung mit den Themen Tod, Nacht und Transzendenz radikalisierte. Er verstarb bereits 1801 im Alter von 28 Jahren an den Folgen einer Lungenkrankheit.Das Denken von Novalis war von dem Bestreben geleitet, die Welt zu ‚romantisieren‘. Darunter verstand er die Wiederentdeckung des Geheimnisvollen und Unendlichen im Alltäglichen. In seinen ‚Hymnen an die Nacht‘ und den ‚Geistlichen Liedern‘ thematisierte er die Überwindung der rationalistischen Aufklärung durch Gefühl, Intuition und religiöse Erfahrung. Ein zentrales Motiv seiner Philosophie ist die Einheit von Mensch und Natur sowie die Suche nach einer universellen Poesie, die alle Wissenschaften und Künste miteinander verbindet. Seine Fragmente und Essays zeugen von einer tiefen Skepsis gegenüber einer rein mechanistischen Weltsicht und betonen stattdessen die schöpferische Kraft des Geistes.Novalis hinterließ ein Vermächtnis, das weit über die Literaturgeschichte hinausreicht. Er gilt als der bedeutendste Theoretiker der Frühromantik und beeinflusste mit seinem Konzept der ‚progressiven Universalpoesie‘ nachfolgende Generationen von Schriftstellern und Philosophen. Seine Idee der ‚Blauen Blume‘ wurde zum zentralen Sinnbild der romantischen Epoche und steht bis heute für die unstillbare Sehnsucht nach dem Unerreichbaren. In der modernen Rezeption wird Novalis zudem als Vordenker einer ganzheitlichen Ökologie und einer interdisziplinären Wissenschaftsauffassung geschätzt. Seine Werke werden weiterhin intensiv diskutiert, da sie grundlegende Fragen nach der menschlichen Existenz und dem Verhältnis von Vernunft und Mystik aufwerfen.
Die Poesie ist dasjenige, was durch die Sprache das Unaussprechliche ausdrückt, und dasjenige, was durch die Darstellung das Unbeschreibliche beschreibt.
Wenn man die Welt mit Augen der Liebe betrachtet, so wird sie uns als eine Heimat erscheinen, in der wir uns zu Hause fühlen können.
Das Leben ist kein Traum, aber es soll und wird vielleicht einer werden.
Es ist eine Eigentümlichkeit der Liebe, dass sie das, was ihr am Nächsten ist, am weitesten entfernt glaubt, und dass sie die größte Nähe gerade in der Ferne findet.
Die Philosophie ist eigentlich Heimweh, der Trieb, überall zu Hause zu sein.
Die Welt ist das Mikrokosmos, der Mensch ist der Makrokosmos, und umgekehrt. Das Leben ist eine Krankheit des Geistes, eine leidenschaftliche Tätigkeit.
Charakter ist ein vollkommen eingedrillter Wille. Ein Charakter haben heißt, sich selbst eine Persönlichkeit sein wollen. Charakter ist ein Wille, der sich selbst zum Gesetz geworden ist.
Ein Kind ist eine sichtbar gewordene Liebe.
Alle Märchen sind nur Träume von jener heimatlichen Welt, die überall und nirgends ist.
