Wenn man alt wird, muss man aufpassen, dass man nicht stehen bleibt, sondern immer wieder versucht, mit der Zeit zu gehen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Ich bin ein Schauspieler, der den Menschen Freude machen möchte, und wenn mir das gelingt, dann bin ich ein glücklicher Mensch.
Hintergrund & Bedeutung
Willy Millowitsch äußerte diese Worte im Jahr 1990 während eines Interviews in der WDR-Sendung 'Kölner Treff'. Zu diesem Zeitpunkt blickte der damals 81-jährige Volksschauspieler bereits auf eine jahrzehntelange Karriere zurück, die eng mit dem Wiederaufbau der deutschen Unterhaltungskultur nach dem Zweiten Weltkrieg verknüpft war. Sein Millowitsch-Theater in Köln war eine Institution, die durch Fernsehübertragungen bundesweite Berühmtheit erlangt hatte. In einer Phase des gesellschaftlichen Wandels nach der Wiedervereinigung reflektierte Millowitsch in diesem Gespräch über sein Lebenswerk und seine Rolle als Identifikationsfigur des rheinischen Humors. Die Aussage bringt sein tief verwurzeltes Selbstverständnis als Dienstleister am Publikum zum Ausdruck. Für Millowitsch war die Schauspielerei kein Selbstzweck zur intellektuellen Selbstdarstellung, sondern eine moralische Verpflichtung zur Heiterkeit. Die Kernidee ist die untrennbare Verknüpfung von eigenem Glück und dem Wohlbefinden der Zuschauer. Es offenbart eine bodenständige Berufsethik, die das Handwerk des Komödianten als soziale Aufgabe begreift: Das Lachen des Publikums dient als Bestätigung der eigenen Existenzberechtigung und als Maßstab für beruflichen Erfolg. Heute wird das Zitat oft herangezogen, um das Lebensgefühl eines 'Volksnahen' Künstlers zu beschreiben. Es findet Verwendung in Nachrufen, biografischen Rückblicken und Dokumentationen über die Geschichte des deutschen Fernsehens. In der Alltagskultur gilt es als Sinnbild für eine uneitle, demütige Haltung gegenüber der eigenen Kunstform und wird häufig zitiert, wenn die heilende oder verbindende Kraft des Humors in Krisenzeiten betont werden soll.
