Ich versuche, die Welt nicht so zu sehen, wie sie ist, sondern so, wie ich sie mir wünsche, und das ist es, was ich in meinen Filmen versuche einzufangen.
Ich denke, dass wir alle unsere eigene Geschichte erzählen, und ich denke, dass wir alle unsere eigene Geschichte in einer Weise erzählen, die für uns Sinn ergibt.
Hintergrund & Bedeutung
Steven Spielberg äußerte diese Gedanken im Jahr 1996 während eines ausführlichen Gesprächs mit der Academy of Achievement. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Regisseur auf dem Höhepunkt seines Schaffens, nachdem er mit Filmen wie 'Schindlers Liste' bewiesen hatte, dass er neben Blockbustern auch tiefgründige, historische Stoffe meisterhaft inszenieren kann. Das Interview diente dazu, jungen Menschen Einblicke in den kreativen Prozess und die persönliche Motivation eines der einflussreichsten Filmemacher der Geschichte zu geben. Spielberg reflektierte dabei über die universelle menschliche Eigenschaft, Erfahrungen durch Narrative zu strukturieren. Die Aussage unterstreicht die Überzeugung, dass Geschichtenerzählen kein exklusives Privileg von Künstlern ist, sondern ein existenzielles Werkzeug zur Selbstvergewisserung. Jeder Mensch ordnet seine Erlebnisse subjektiv an, um Identität zu stiften und dem Chaos der Realität eine logische Form zu verleihen. In Spielbergs Werk spiegelt sich dies oft in Protagonisten wider, die durch ihre persönlichen Prüfungen zu einer tieferen Erkenntnis über sich selbst gelangen. Heutzutage wird der Ausspruch häufig in der Psychologie und der Narratologie zitiert, um die Bedeutung der narrativen Identität hervorzuheben. Er findet Anwendung in Motivationsreden und Ratgebern, die dazu ermutigen, die eigene Biografie aktiv zu gestalten und zu interpretieren. In einer Ära der digitalen Selbstdarstellung bleibt der Gedanke aktuell, da er betont, dass die Deutungshoheit über das eigene Leben bei jedem Einzelnen selbst liegt.
