Ich werde dieses Ding nicht mitnehmen, selbst wenn es am Wegesrand läge. Nicht einmal, wenn Minas Tirith in Trümmern läge und ich der Einzige wäre, der es retten könnte.
Der Herr der Ringe Der Herr der Ringe: Die zwei Türme, Kapitel 5
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Hintergrund & Bedeutung

Faramir äußert diese denkwürdigen Worte im fünften Kapitel des Buches 'Die zwei Türme', nachdem er Frodo Beutlin und Samweis Gamdschie in Ithilien gefangen genommen hat. In einer Zeit, in der Gondor unter dem massiven Druck Mordors steht und sein Vater Denethor II. verzweifelt nach Mitteln zur Verteidigung sucht, erfährt Faramir vom 'Isildurs Fluch'. Während sein Bruder Boromir der Versuchung des Einen Rings erlag und versuchte, ihn mit Gewalt an sich zu reißen, zeigt Faramir in diesem Moment eine außergewöhnliche moralische Festigkeit. Er erkennt die korrumpierende Natur der Macht, noch bevor er das Objekt überhaupt gesehen hat, und distanziert sich bewusst von dem Verlangen, das Schicksal seines Volkes durch ein böses Instrument zu erzwingen.

Die Aussage unterstreicht Faramirs tief verwurzelte Weisheit und seine philosophische Überlegenheit gegenüber rein militärischem Denken. Er verkörpert den Typus des 'priesterlichen Königs', der versteht, dass ein Sieg durch das Böse keinen echten Frieden bringen kann. Das Zitat verdeutlicht seine Überzeugung, dass die Mittel den Zweck nicht heiligen dürfen; selbst der drohende Untergang seiner geliebten Stadt Minas Tirith rechtfertigt für ihn nicht den Einsatz einer Waffe, die die Seele zerstört. Damit bildet er den moralischen Gegenpol zu jenen Charakteren, die glauben, das Schicksal durch bloße Machtausübung beherrschen zu können.

In der heutigen Rezeption gilt dieser Ausspruch als Paradebeispiel für unerschütterliche Integrität und ethische Standhaftigkeit. Er wird häufig in literaturwissenschaftlichen Analysen herangezogen, um den Kontrast zwischen den Brüdern Boromir und Faramir sowie Tolkiens Idealbild eines tugendhaften Anführers zu verdeutlichen. In der Popkultur und Philosophie dient die Passage als Mahnung gegen den Machiavellismus und wird oft zitiert, wenn es darum geht, dass wahre Stärke im Verzicht auf unrechtmäßige Macht liegt. Faramirs Worte bleiben ein zeitloses Plädoyer für das Festhalten an Prinzipien in Zeiten größter Not.

Faramir

Heerführer von Gondor · Der Herr der Ringe

Der jüngere Bruder von Boromir und ein edler Waldläufer, der die Versuchung des Rings ablehnt.

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