Ich bin Baumbart, oder wie ihr mich vielleicht in eurer Sprache nennt, Fangorn. Mein Name ist wie eine Geschichte; man erzählt ihn sich nicht an einem Nachmittag.
Ihr seid keine Orks, das sehe ich. Aber was seid ihr? Da gibt es keine Worte in elbisch, menschensprächlich oder in den Sprachen der Orks, um euch zu beschreiben.
Hintergrund & Bedeutung
Baumbart äußert diese Worte im Fangorn-Wald, kurz nachdem er die Hobbits Merry und Pippin aufgegriffen hat. Die beiden Gefährten sind gerade erst der Gefangenschaft der Uruk-hai entkommen und in das uralte Dickicht geflohen, wo sie auf den Hüter der Bäume treffen. Zu diesem Zeitpunkt herrscht im Dritten Zeitalter große Verwirrung und Misstrauen, da Sarumans Verrat die Grenzen zwischen Freund und Feind verwischt hat. Baumbart, der seit Jahrhunderten kaum Kontakt zur Außenwelt pflegte, sieht sich mit Wesen konfrontiert, die nicht in sein überliefertes Wissen über die Völker Mittelerdes passen.
Die Aussage verdeutlicht die tiefe Verwurzelung der Ents in der Sprache und der Klassifizierung der Welt. Für Baumbart existiert ein Ding nur dann wirklich, wenn es einen Namen in der 'wahren' Sprache besitzt. Dass er keine Worte findet, unterstreicht die Einzigartigkeit und das unerwartete Erscheinen der Hobbits auf der großen politischen Bühne. Es spiegelt zudem seine vorsichtige, bedächtige Natur wider: Er urteilt nicht vorschnell nach dem Äußeren, sondern erkennt an, dass seine bisherigen Kategorien von Elben, Menschen und Orks nicht ausreichen, um die Komplexität der neuen Situation zu erfassen.
In der heutigen Rezeption wird die Passage oft zitiert, um das Gefühl der Sprachlosigkeit gegenüber dem völlig Neuen oder Unbekannten auszudrücken. Sie findet Anwendung in literaturwissenschaftlichen Analysen über Tolkiens Sprachschöpfung sowie in der Popkultur, wenn es um die Begegnung mit dem 'Anderen' geht. Das Zitat mahnt zur intellektuellen Bescheidenheit und erinnert daran, dass die Welt stets größer und vielfältiger ist, als es unsere etablierten Begriffe und Definitionen vermuten lassen.
