Gleichheit, Freiheit und ein Leben voller Vernunft. Die Wahrheit ist, dass es in diesem Land etwas gibt, das grundlegend falsch läuft, nicht wahr?
Voilà! Ein bescheidener Vaudeville-Veteran, der als Stellvertreter der Vorkommnisse schicksalhaft als Opfer und Bösewicht agiert. Dieses Antlitz, kein bloßes Attribut der Eitelkeit, ist ein Überbleibsel der vox populi, jetzt vakant und hinfällig.
Hintergrund & Bedeutung
In der Eröffnungsszene des Films V wie Vendetta aus dem Jahr 2005 stellt sich der maskierte Protagonist V der jungen Evey Hammond vor, nachdem er sie vor den Übergriffen der Geheimpolizei gerettet hat. Die Handlung spielt in einem dystopischen, totalitären Großbritannien der nahen Zukunft, in dem Angst und Unterdrückung den Alltag bestimmen. In dieser theatralischen Vorstellungsrede nutzt V eine kunstvolle Alliteration mit dem Buchstaben V, um seine Identität als Produkt einer gewaltsamen Vergangenheit und als Werkzeug des Widerstands zu definieren. Er präsentiert sich nicht als Individuum, sondern als personifizierte Idee, die aus dem Leid eines korrupten Systems geboren wurde.Die Passage verdeutlicht Vs Selbstverständnis als ein Symbol, das über die eigene Menschlichkeit hinausgeht. Die Maske des Guy Fawkes ist für ihn kein modisches Accessoire, sondern das letzte Überbleibsel der vox populi – der Stimme des Volkes –, die unter dem faschistischen Regime verstummt ist. Indem er sich als Veteran und Opfer bezeichnet, verweist er auf die traumatischen Experimente in Larkhill, die ihn erst erschufen. Er begreift sein Handeln als notwendiges Rollenspiel in einem historischen Drama, in dem er sowohl den rächenden Bösewicht für den Staat als auch den Befreier für die Gesellschaft verkörpern muss.Heutzutage gilt dieser Monolog als Paradebeispiel für rhetorische Brillanz in der Popkultur und wird häufig zitiert, um die Macht von Symbolen gegenüber sterblichen Individuen zu betonen. Die Figur des V und seine Maske sind zum globalen Erkennungsmerkmal für Protestbewegungen wie Anonymous geworden. Das Zitat wird in politischen und philosophischen Diskussionen herangezogen, wenn es um den Widerstand gegen Autoritarismus und die Frage geht, wie persönliche Identität zugunsten einer kollektiven, revolutionären Botschaft zurücktreten kann.
