Ich begehre nicht, das Schwert zu führen, das geschmiedet wurde, um zu siegen, noch begehre ich den Ruhm, noch das Reich, noch irgendetwas, außer dass Gondor lebe und in Frieden…
Wenn Gondor untergeht, so wird es nicht durch meine Hand geschehen. Ich begehre diesen Gegenstand nicht, selbst wenn er am Wegesrand läge.
Hintergrund & Bedeutung
Faramir äußert diese Worte gegenüber Frodo Beutlin in den Höhlen von Henneth Annûn, nachdem er erfahren hat, dass der Hobbit den Einen Ring bei sich trägt. Im Gegensatz zu seinem Bruder Boromir, der dem verhängnisvollen Lockruf der Macht erlag und versuchte, den Ring für die Verteidigung Gondors zu beanspruchen, erkennt Faramir die inhärente Bosheit des Artefakts. Er spricht in einem Moment höchster militärischer Not für sein Volk, bleibt jedoch standhaft in seiner moralischen Integrität, während der Schatten Mordors unmittelbar über seinem Land liegt. Die Aussage unterstreicht seine tiefe Weisheit und die Fähigkeit, langfristiges spirituelles Heil über kurzfristige militärische Vorteile zu stellen.Kern dieser Überzeugung ist die Ablehnung von Machiavellismus: Faramir glaubt nicht, dass der Zweck die Mittel heiligt. Er versteht, dass ein Sieg, der mit den Waffen des Feindes errungen wird, Gondor moralisch zerstören würde, noch bevor es physisch fällt. Das Zitat ordnet ihn als einen Charakter ein, der Tugendhaftigkeit und Selbsterkenntnis über Ehrgeiz stellt. Er begehrt keine Macht, die auf Unterdrückung oder Korruption basiert, und zeigt damit eine geistige Stärke, die selbst die mächtigsten Herrscher Mittelerdes oft vermissen lassen.In der modernen Rezeption gilt diese Passage als Paradebeispiel für unbestechliche Integrität und ethische Führung. Sie wird häufig in philosophischen Diskussionen über Machtmissbrauch und persönliche Verantwortung herangezogen. Fans und Literaturwissenschaftler nutzen das Zitat oft, um den Kontrast zwischen Buch- und Filmcharakter zu verdeutlichen, da es Faramirs wahre Natur als 'Hoher Mensch' von Gondor perfekt einfängt. Es dient heute als zeitloses Symbol dafür, dass wahre Stärke im Verzicht auf unrechtmäßige Macht liegt.
