Auch in den schrecklichsten Situationen darf die Musik niemals das Ohr beleidigen, sondern muss immer noch Vergnügen bereiten und folglich immer Musik bleiben.
Komponist Letter to his father Leopold Mozart, September 26, 1781
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Hintergrund & Bedeutung

Wolfgang Amadeus Mozart verfasste diese Zeilen am 26. September 1781 in einem Brief an seinen Vater Leopold. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Komponist in Wien und arbeitete intensiv an seinem Singspiel 'Die Entführung aus dem Serail'. Der Briefwechsel dokumentiert Mozarts kompositorische Auseinandersetzung mit der Figur des Osmin, dessen blinde Wut musikalisch dargestellt werden musste. In einer Phase des künstlerischen Aufbruchs, kurz nach seiner Loslösung vom Salzburger Dienstverhältnis, reflektierte Mozart hier über die ästhetischen Grenzen der Operndarstellung und das Verhältnis von menschlichen Affekten zur musikalischen Form. Die Aussage formuliert ein zentrales Credo der Wiener Klassik: Die Musik besitzt eine autonome Schönheitspflicht. Mozart vertrat die Überzeugung, dass selbst extreme Emotionen wie Zorn, Schmerz oder Verzweiflung durch die Kunstform gebändigt werden müssen. Die Musik darf die Grenze zum bloßen Lärm oder zur hässlichen Dissonanz nicht überschreiten, da sie sonst ihre Identität als Kunstwerk verliert. Für Mozart war die ästhetische Lust (das 'Vergnügen') die notwendige Bedingung, um dem Zuhörer auch tragische Inhalte vermittelbar zu machen. Heute wird die Passage häufig in der Musikästhetik und Kunstphilosophie zitiert, um über die Grenzen des Realismus in der Kunst zu debattieren. Sie dient als Standardargument für eine harmonieorientierte Kunstauffassung und wird oft herangezogen, wenn es um die Frage geht, ob Kunst primär verstören oder versöhnen soll. In der Popkultur und Musikpädagogik gilt das Zitat zudem als zeitloser Beleg für Mozarts Streben nach Perfektion und klanglicher Eleganz.

Wolfgang Amadeus Mozart

Komponist · Österreichisch

Wolfgang Amadeus Mozart war ein herausragender Komponist der Wiener Klassik, der als Wunderkind berühmt wurde und ein monumentales Gesamtwerk in allen musikalischen Gattungen hinterließ.

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