Das Beste ist der Feind des Guten.
Aufklärer und Schriftsteller Dictionnaire philosophique (1764) and the poem La Bégueule (1772)
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Hintergrund & Bedeutung

Voltaire prägte die Sentenz „Le mieux est l'ennemi du bien“ in seinem „Dictionnaire philosophique“ (1764) sowie im Lehrgedicht „La Bégueule“ (1772). In einer Ära, die von dem Drang nach rationaler Perfektion und dem optimistischen Fortschrittsglauben der Aufklärung gezeichnet war, reagierte der französische Denker auf die Tendenz seiner Zeitgenossen, sich in utopischen Idealen zu verlieren. Er griff dabei auf eine italienische Redensart zurück, um die menschliche Neigung zu kritisieren, das Erreichte durch das Streben nach einer unerreichbaren Vollkommenheit zu gefährden. Die philosophische Kernbotschaft warnt vor dem lähmenden Perfektionismus. Voltaire plädiert für einen pragmatischen Realismus: Wer das absolut Beste erzwingen will, übersieht oft den Wert einer soliden, funktionierenden Lösung und riskiert, am Ende mit leeren Händen dazustehen. In seinem Denken spiegelt dies eine Abkehr von metaphysischen Luftschlössern wider, zugunsten einer praktischen Vernunft, die schrittweise Verbesserungen gegenüber radikaler, aber destruktiver Idealisierung bevorzugt. Heute ist die Mahnung fester Bestandteil des Projektmanagements, der Softwareentwicklung und der Alltagspsychologie. Sie dient als Korrektiv gegen Aufschieberitis und den Zwang zur Fehlerfreiheit, indem sie daran erinnert, dass die Fixierung auf das Optimum oft den Fortschritt blockiert. In einer Welt, die zur Selbstoptimierung neigt, bleibt Voltaires Einsicht ein zeitloses Plädoyer für die Genügsamkeit im Sinne der Effektivität.

Voltaire

Aufklärer und Schriftsteller · Französisch

Voltaire war ein einflussreicher französischer Philosoph, Schriftsteller und Vordenker der Aufklärung, der für seine scharfe Kritik an Absolutismus und religiöser Intoleranz weltberühmt wurde.

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