Denn das Maß aller Dinge ist der Mensch: der seienden, dass sie sind, der nicht seienden, dass sie nicht sind.
Philosoph Platon, Theaitetos 152a
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Hintergrund & Bedeutung

In seinem Dialog „Theaitetos“, der vermutlich um 360 v. Chr. entstand, setzt sich Platon mit der Frage nach dem Wesen des Wissens auseinander. In der betreffenden Passage zitiert Sokrates den Sophisten Protagoras, um dessen erkenntnistheoretischen Relativismus zu prüfen. Die Entstehung fällt in eine Zeit des intellektuellen Umbruchs im antiken Athen, in der die Sophisten die objektive Wahrheit zugunsten einer subjektiven Wahrnehmung infrage stellten. Platon nutzt diesen Satz nicht als eigene Lehre, sondern als Ausgangspunkt für eine kritische Analyse der Sinneswahrnehmung und der Definition von Erkenntnis.Der Kern dieser Aussage, bekannt als der Homo-Mensura-Satz, besagt, dass es keine absolute, objektive Wahrheit gibt, sondern dass die Realität immer von der Perspektive des einzelnen Individuums abhängt. Was dem einen als kalt erscheint, ist für den anderen warm; beide haben aus ihrer Sicht recht. Platon ordnet diesen Gedanken in sein Werk ein, um ihn letztlich zu widerlegen: Er argumentiert, dass bloße Wahrnehmung nicht mit Wissen gleichgesetzt werden kann, da wahre Erkenntnis auf unwandelbaren Formen und nicht auf flüchtigen Sinneseindrücken basieren muss.Die Wirkungsgeschichte dieses Satzes ist immens, da er das Fundament des philosophischen Subjektivismus und Relativismus bildet. Heute wird er oft zitiert, um die menschliche Perspektive in den Mittelpunkt wissenschaftlicher oder ethischer Debatten zu rücken. In der modernen Philosophie, der Psychologie und sogar in der Popkultur dient er als Chiffre für die Unmöglichkeit einer wertfreien Objektivität. Er taucht überall dort auf, wo die Deutungshoheit des Individuums über die Welt thematisiert wird, sei es in literarischen Werken über die Identität oder in Diskussionen über den Konstruktivismus.

Platon

Philosoph · Altgriechisch

Platon war ein antiker griechischer Philosoph und Sch?ler des Sokrates, der mit der Gründung der Akademie in Athen und seiner Ideenlehre das Fundament der abendländischen Philosophie legte.

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