Mehr Demokratie wagen. Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden, im Inneren und nach außen.
Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.
Hintergrund & Bedeutung
Willy Brandt formulierte diesen prägnanten Satz am 15. Oktober 1981 während seiner Rede auf dem SPD-Parteitag in Nürnberg. Die historische Situation war durch die Zuspitzung des Kalten Krieges und die Debatten um den NATO-Doppelbeschluss geprägt. Brandt, der bereits 1971 für seine Ostpolitik den Friedensnobelpreis erhalten hatte, sprach in einer Phase, in der die Angst vor einer nuklearen Eskalation in Europa die Friedensbewegung massiv mobilisierte. Er wollte mit diesen Worten verdeutlichen, dass die Sicherung des Friedens die absolute Voraussetzung für jegliches politisches und gesellschaftliches Handeln darstellt. Die Kernbotschaft besagt, dass Frieden zwar kein Allheilmittel für alle menschlichen Probleme ist, sein Fehlen jedoch die Grundlage für alle anderen Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand vernichtet. Es spiegelt Brandts tiefe Überzeugung wider, dass Sicherheitspolitik nicht nur militärisch, sondern vor allem als aktive Friedensgestaltung verstanden werden muss. Ohne die Abwesenheit von Krieg verlieren alle Errungenschaften der Zivilisation ihren Wert und Bestand. Heute gilt das Zitat als zeitloser Leitsatz der Friedensethik und wird regelmäßig in politischen Debatten, Gedenkreden und philosophischen Diskursen angeführt. Es hat Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden, um die Priorität der Gewaltfreiheit in einer globalisierten Welt zu betonen. Besonders in Zeiten neuer geopolitischer Spannungen dient es als Mahnung, dass diplomatische Bemühungen stets Vorrang vor kriegerischen Auseinandersetzungen haben müssen.
