Man kann seine Frau wechseln, seine politische Einstellung oder seine Religion, aber man kann niemals seinen Lieblingsfußballverein wechseln.
Die Leidenschaft ist das, was mich antreibt. Ohne Leidenschaft gibt es keinen Grund, morgens aufzustehen. Man muss das Leben mit vollem Einsatz leben, sonst ist es nur eine bloße Existenz.
Hintergrund & Bedeutung
Eric Cantona äußerte diese Worte im Jahr 2011 in einem ausführlichen Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, lange nach dem Ende seiner aktiven Karriere als Profifußballer. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits erfolgreich als Schauspieler und Künstler etabliert. Der Kontext war geprägt von einer Rückschau auf seinen unkonventionellen Lebensweg, der stets von einer tiefen emotionalen Intensität und dem Bruch mit Konventionen gezeichnet war. Cantona reflektierte in dieser Phase verstärkt über die philosophischen Grundlagen seines Handelns, das ihn sowohl auf dem Spielfeld als auch auf der Bühne zu einer charismatischen, oft streitbaren Figur machte. Die Aussage ist Ausdruck einer radikalen Lebensbejahung, die den bloßen Funktionalismus ablehnt. Für Cantona ist Leidenschaft kein bloßes Gefühl, sondern eine existenzielle Notwendigkeit und der einzige legitime Motor für menschliches Handeln. Er setzt die 'bloße Existenz' – ein rein biologisches oder gesellschaftlich angepasstes Funktionieren – in scharfen Kontrast zu einem Leben, das durch totale Hingabe und Authentizität definiert wird. Diese Überzeugung spiegelt seine Verachtung für Mittelmäßigkeit wider und ordnet sich in ein Denken ein, das Parallelen zum Existenzialismus aufweist: Der Mensch ist für die Intensität seines Daseins selbst verantwortlich. Heute wird die Passage häufig zitiert, um die Bedeutung von intrinsischer Motivation in einer zunehmend zweckorientierten Welt hervorzuheben. Sie findet Verwendung in der Sportpsychologie, in philosophischen Diskursen über Lebenskunst sowie in der Popkultur, wo Cantona als Ikone der Individualität gilt. Die zeitlose Relevanz ergibt sich aus dem universellen Appell, den Alltag nicht passiv zu ertragen, sondern aktiv und mit emotionalem Wagemut zu gestalten.
