Nicht den Herrn anrühren! Nein, nicht den Herrn anrühren! Smeagol ist ein guter Smeagol, ja, das ist er, und er wird nicht zulassen, dass der Herr dem kleinen Smeagol wehtut.
Er wird es uns wegnehmen, das wird er. Er will es für sich allein haben, das will er. Aber wir haben es gefunden, nicht wahr, mein Schatz? Wir haben es gefunden.
Hintergrund & Bedeutung
Gollum äußert diese Worte in einem inneren Monopol, während er Frodo und Sam durch die Emyn Muil verfolgt. Zu diesem Zeitpunkt ist er bereits seit Jahrhunderten vom Einen Ring besessen, den er einst durch einen Mord an seinem Freund Déagol erlangte. Die psychologische Spaltung zwischen seinem früheren Ich Sméagol und der bösartigen Persönlichkeit Gollum ist hier am deutlichsten greifbar. Die historische Last des Ringes hat seinen Geist zerrüttet und eine paranoide Angst davor geschaffen, dass andere ihm sein kostbarstes Gut entreißen könnten, obwohl er es selbst durch Zufall und Gewalt gefunden hat.
Inhaltlich offenbart das Zitat die tiefe Korrumpierung durch Macht und Gier. Der Begriff 'mein Schatz' fungiert dabei als Ankerpunkt einer obsessiven Fixierung, die jede rationale Wahrnehmung ersetzt. Gollum projiziert sein eigenes Verlangen nach Exklusivität auf andere und unterstellt ihnen dieselbe rücksichtslose Gier, die ihn selbst antreibt. Es verdeutlicht den Verlust der Identität zugunsten eines Objekts, wobei der Ring nicht mehr nur ein Werkzeug, sondern der einzige Lebenssinn geworden ist. Diese Kernidee der Selbstentfremdung durch Sucht prägt Gollums gesamtes Handeln in der Erzählung.
In der heutigen Popkultur wird die Passage häufig zitiert, um übersteigerten Besitzanspruch oder eine ungesunde Fixierung auf materielle Dinge humorvoll zu kritisieren. Besonders der Ausdruck 'mein Schatz' hat sich verselbstständigt und wird in alltäglichen Situationen genutzt, wenn jemand etwas nicht teilen möchte. In der Literaturwissenschaft dient Gollum zudem als archetypisches Beispiel für die zerstörerische Kraft von Gier und die Dualität der menschlichen Seele. Das Zitat bleibt relevant, da es die zeitlose psychologische Wahrheit illustriert, wie ein Individuum zum Sklaven seiner eigenen Wünsche werden kann.
