Die Kunst ist für mich ein Lebenselixier, das den Alltag in ein Fest verwandelt und uns lehrt, die Welt mit den Augen des Staunens und der Bewunderung zu betrachten.
Es gibt eine Grenze, an der das Glück aufhört und die Gewöhnung anfängt. Und ich habe immer versucht, diese Grenze zu vermeiden, indem ich mein Leben ständig verändert habe.
Hintergrund & Bedeutung
Gunter Sachs verfasste diese Zeilen in seiner 2005 erschienenen Autobiografie „Mein Leben“, die als Rückblick auf ein außergewöhnlich facettenreiches Dasein zwischen Unternehmertum, Kunst und Jetset dient. In einer Phase des reifen Rückblicks reflektiert der damals über siebzigjährige Sachs über die Dynamik seines Lebensstils, der oft fälschlicherweise nur als oberflächlicher Hedonismus missverstanden wurde. Die Aussage entstand vor dem Hintergrund einer Biografie, die durch den frühen Verlust der Eltern und den enormen Erwartungsdruck eines industriellen Erbes geprägt war, was in ihm den Drang nach ständiger Neuerfindung und Unabhängigkeit auslöste.Die Kernbotschaft artikuliert eine tiefe Skepsis gegenüber der Routine und dem Stillstand. Sachs begreift Glück nicht als stabilen Zustand, sondern als flüchtigen Moment, der durch die Macht der Gewöhnung entwertet wird. Seine Lebensphilosophie basiert auf der bewussten Unterbrechung von Mustern – sei es durch den Wechsel der Disziplinen von der Fotografie zur Astrologie oder durch den stetigen Wandel seiner sozialen Umfelder. Er postuliert, dass nur die permanente Veränderung die Intensität des Erlebens bewahren kann, was eine fast existenzialistische Disziplin im Umgang mit dem eigenen Wohlbefinden voraussetzt.Heute dient die Passage als Referenzpunkt für Diskussionen über Lebensgestaltung und die Psychologie des Glücks. Sie wird häufig in der Ratgeberliteratur oder in philosophischen Essays über die „hedonistische Tretmühle“ zitiert, um die Notwendigkeit von Varianz im Alltag zu verdeutlichen. In der Popkultur bleibt das Zitat als Ausdruck eines unangepassten, selbstbestimmten Lebensgefühls lebendig, das die Angst vor dem bürgerlichen Einerlei thematisiert und Sachs als Prototyp des modernen Lebenskünstlers zementiert.
