Es gibt nichts Gutes oder Schlechtes, nur das Denken macht es dazu.
Dramatiker und Dichter Hamlet, Act 2, Scene 2
25

Hintergrund & Bedeutung

William Shakespeare verfasste die Tragödie 'Hamlet' um das Jahr 1600, eine Ära des Umbruchs zwischen Renaissance und Barock. In der fraglichen Szene spricht der dänische Prinz Hamlet mit seinen ehemaligen Freunden Rosenkranz und Güldenstern über seine Wahrnehmung Dänemarks als Gefängnis. Der historische Hintergrund ist geprägt von einem wachsenden Skeptizismus und der philosophischen Abkehr von einer rein objektiven, gottgegebenen Weltordnung hin zur individuellen Wahrnehmung des Subjekts. Hamlet reflektiert hier seine tiefe Melancholie und die Zerrissenheit eines Intellektuellen, der an der moralischen Verkommenheit seines Hofes verzweifelt. Die Kernidee des Zitats artikuliert einen radikalen Subjektivismus: Moralische Kategorien wie Gut und Böse sind keine universellen Konstanten, sondern Konstrukte des menschlichen Geistes. Shakespeare ordnet diese Erkenntnis in ein Weltbild ein, in dem die Realität durch die Perspektive des Betrachters geformt wird. Dies spiegelt die stoische Philosophie wider, nach der nicht die Dinge selbst den Menschen beunruhigen, sondern seine Vorstellungen von ihnen. In der heutigen Rezeption dient der Satz als zeitloser Referenzpunkt für kognitive Psychologie und Konstruktivismus. Er wird herangezogen, um die Macht der Einstellung gegenüber äußeren Umständen zu verdeutlichen. Ob in der modernen Lebenshilfe, philosophischen Abhandlungen oder der Popkultur – Shakespeares Einsicht bleibt aktuell, da sie die Eigenverantwortung des Individuums für seine emotionale Bewertung der Welt betont.

William Shakespeare

Dramatiker und Dichter · Englisch

William Shakespeare war ein weltberühmter englischer Dramatiker, Lyriker und Schauspieler, der als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Weltliteratur gilt.

Alle Zitate von William Shakespeare →