Es ist eine Kunst, die man lernen muss, sich in der Freude zu üben, und eine Kunst, die man lernen muss, sich nicht durch das Leid, das unvermeidlich ist, beirren zu lassen.
Philosoph Die Krankheit zum Tode, 1849
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Hintergrund & Bedeutung

Søren Kierkegaard verfasste diese Zeilen in seinem 1849 erschienenen Werk „Die Krankheit zum Tode“, einer tiefenpsychologischen und theologischen Abhandlung über das Wesen der Verzweiflung. In dieser Phase seines Lebens war der dänische Denker stark von den Nachwirkungen des „Corsaren-Streits“ und seiner persönlichen Isolation geprägt. Während Europa von den bürgerlichen Revolutionen von 1848 erschüttert wurde, konzentrierte sich Kierkegaard auf das Innenleben des Individuums. Er sah die moderne Gesellschaft in einer Krise der Sinnlosigkeit und suchte nach Wegen, wie der Einzelne vor Gott und sich selbst bestehen kann, ohne an der Last der Existenz zu zerbrechen. Die Passage zielt auf die existenzphilosophische Überzeugung ab, dass Lebensfreude keine passive Emotion, sondern eine bewusste Entscheidung und Disziplin ist. Kierkegaard versteht das Leid als eine unvermeidliche Komponente des menschlichen Daseins, die jedoch nicht das letzte Wort haben darf. Die „Kunst“, sich in der Freude zu üben, beschreibt den aktiven Akt des Glaubens und der Annahme des Lebens trotz aller Widrigkeiten. Es geht um die Überwindung der Schwermut durch eine spirituelle Ausrichtung, die das Subjekt dazu befähigt, Standhaftigkeit gegenüber dem Schmerz zu entwickeln. Heute wird dieser Gedanke weit über theologische Kreise hinaus rezipiert. In der modernen Resilienzforschung und der existenziellen Psychotherapie dient das Zitat als Leitmotiv für den konstruktiven Umgang mit Krisen. Es begegnet uns in der Ratgeberliteratur ebenso wie in philosophischen Essays, da es die zeitlose Herausforderung thematisiert, inmitten einer oft als leidvoll empfundenen Welt eine positive Lebenshaltung zu bewahren.

Søren Kierkegaard

Philosoph · Dänisch

Søren Kierkegaard war ein dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, der als Begründer der Existenzphilosophie gilt und die individuelle Subjektivität ins Zentrum seines Denkens rückte.

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