Ich bin einfach ich, und das ist das Schönste, was man sein kann, denn jeder Mensch ist ein göttliches Wunder, das es so nur einmal auf dieser Welt gibt.
Ich bin eine gläubige Frau, ich bete jeden Tag, und ich glaube, dass Gott uns alle liebt und dass wir alle Kinder Gottes sind, egal woher wir kommen oder was wir tun.
Hintergrund & Bedeutung
Nina Hagen äußerte diese Worte im Jahr 2011 in einem ausführlichen Interview mit der Tageszeitung Die Welt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die einstige Punk-Ikone bereits eine tiefgreifende spirituelle Wandlung vollzogen, die 2009 in ihrer evangelisch-reformierten Taufe gipfelte. Das Gespräch fand in einer Phase statt, in der Hagen ihr öffentliches Bild weg von der schrillen Provokateurin der 1970er und 80er Jahre hin zu einer engagierten Christin und Friedensaktivistin verschob. Die gesellschaftliche Wahrnehmung war damals von Skepsis gegenüber ihrer neuen Ernsthaftigkeit geprägt, was sie dazu veranlasste, ihren Glauben offensiv und unmissverständlich zu artikulieren.Die Aussage spiegelt Hagens radikales Verständnis von christlicher Nächstenliebe und universeller Akzeptanz wider. Kern der Botschaft ist die Überzeugung, dass die göttliche Liebe bedingungslos ist und keine sozialen, nationalen oder moralischen Grenzen kennt. In ihrem Denken verschmelzen hierbei Einflüsse aus ihrer Zeit in Indien mit christlicher Dogmatik zu einem inklusiven Weltbild. Sie bricht mit der Vorstellung eines strafenden Gottes und setzt stattdessen auf eine spirituelle Gleichheit aller Menschen, die unabhängig von ihren Taten oder ihrer Herkunft als schützenswert erachtet werden.In der heutigen Rezeption dient das Zitat oft als Beleg für die Vielschichtigkeit Hagens und wird häufig in Diskursen über religiöse Toleranz und moderne Spiritualität angeführt. Es findet Verwendung in Porträts über die Künstlerin, um den Bruch zwischen ihrer rebellischen Punk-Vergangenheit und ihrer tiefen Gläubigkeit zu illustrieren. Zudem wird es in christlichen Kreisen sowie in der Popkultur zitiert, wenn es darum geht, ein humanistisches Gottesbild gegen Ausgrenzung und religiösen Dogmatismus zu verteidigen.
