Wenn ihr mich als einen der Bösen betrachtet, dann bin ich das. Wenn ihr mich als einen der Guten betrachtet, dann bin ich das. Ich bin das, was ihr in…
Ich bin niemand, ich bin kein Mensch, ich bin kein Name, ich bin keine Realität, ich bin kein Geist, ich bin kein Gott, ich bin kein Teufel.
Hintergrund & Bedeutung
Charles Manson äußerte diese Worte im Jahr 1993 während eines Fernsehinterviews mit dem Journalisten Charlie Rose im Staatsgefängnis von Kalifornien. Zu diesem Zeitpunkt verbüßte er bereits seit über zwei Jahrzehnten eine lebenslange Haftstrafe für die Anstiftung zu den Morden der Manson Family im Jahr 1969. Das Gespräch fand in einer Phase statt, in der Manson durch zahlreiche Medienauftritte seinen Status als dunkle Ikone der US-Kriminalgeschichte zementierte, während er gleichzeitig versuchte, seine eigene Identität als gesellschaftliches Konstrukt und Projektionsfläche darzustellen. Die Aussage spiegelt Mansons nihilistische Weltanschauung und seine Ablehnung jeglicher Kategorisierung wider. Indem er sich als 'Niemand' definiert, entzieht er sich der moralischen und rechtlichen Verantwortung, die mit einer festen menschlichen Identität einhergeht. Er präsentiert sich als ein leeres Gefäß oder ein Spiegel der Gesellschaft, was seine Überzeugung unterstreicht, dass er lediglich das Produkt einer kaputten Umwelt sei. Diese Form der Selbstauslöschung dient dazu, seine Handlungen als jenseits von Gut und Böse oder menschlicher Logik stehend zu porträtieren. In der heutigen Popkultur wird die Passage häufig zitiert, um das Unheimliche und die totale Entfremdung zu illustrieren. Sie findet Verwendung in Dokumentationen, True-Crime-Formaten und der Musikszene, insbesondere im Metal und Industrial, um eine Atmosphäre der Transzendenz und des Nihilismus zu erzeugen. Das Zitat bleibt relevant, da es die Faszination für das radikal Andere und die Dekonstruktion des Egos thematisiert.
