Wenn ich sterbe, möchte ich wiedergeboren werden und Fußballspieler werden. Und ich möchte wieder Diego Armando Maradona werden. Ich bin ein Spieler, der den Leuten Freude bereitet hat.
Ich habe den Ball mit dem Kopf und ein wenig mit der Hand Gottes geschlagen.
Hintergrund & Bedeutung
Diego Maradona äußerte diese Worte unmittelbar nach dem Viertelfinalsieg Argentiniens gegen England bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko. Das Spiel war von massiven politischen Spannungen überschattet, da der Falklandkrieg zwischen beiden Nationen erst vier Jahre zurücklag. In der 51. Minute erzielte Maradona das Führungstor mit der Hand, was vom Schiedsrichter unbemerkt blieb. Auf der anschließenden Pressekonferenz lieferte er mit dieser ambivalenten Formulierung eine Erklärung, die den Regelverstoß nicht direkt zugab, sondern ihn ins Mythische erhob. Die Aussage spiegelt Maradonas Selbstverständnis als Figur wider, die sich über konventionelle Regeln hinwegsetzt, wenn es einem höheren Ziel dient – in diesem Fall der nationalen Genugtuung für Argentinien. Er interpretierte das Tor als einen Akt göttlicher Gerechtigkeit und als List eines Underdogs, der sich gegen eine einstige Kolonialmacht behauptet. Diese Mischung aus Genialität und moralischer Grenzüberschreitung ist bezeichnend für seine gesamte Karriere und seinen Status als rebellische Ikone. Heute gilt der Begriff der Hand Gottes als eines der bekanntesten Sportzitate der Weltgeschichte. Er wird in der Popkultur, im Sportjournalismus und in soziologischen Analysen verwendet, um Momente zu beschreiben, in denen Glück, Betrug und Schicksal untrennbar miteinander verschmelzen. Das Zitat zementierte Maradonas Ruf als gottgleiche, aber zutiefst menschliche Figur und bleibt ein Symbol für die emotionale und politische Dimension des Fußballs.
