Man muss an das glauben, was man tut, und es lieben. Man muss es mit all seinen Kräften tun, um erfolgreich zu sein.
Man darf nicht vergessen, dass die Menschheit noch vieler Entdeckungen bedarf, und dass die Wissenschaft eine der Grundlagen der Zivilisation und des Fortschritts ist.
Hintergrund & Bedeutung
Marie Curie äußerte diese Worte am 14. Mai 1921 während ihrer ersten Amerikareise bei einer Rede am Vassar College. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits zweifache Nobelpreisträgerin und eine weltberühmte Ikone der Forschung. Die Reise diente primär der Mittelbeschaffung, um ein Gramm Radium für ihr Institut in Paris zu erwerben, da die wissenschaftliche Arbeit nach dem Ersten Weltkrieg unter chronischem Ressourcenmangel litt. Vor den Studentinnen betonte sie die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit und die moralische Verpflichtung zur Förderung der Grundlagenforschung.
Die Aussage spiegelt Curies tiefes Vertrauen in den rationalen Erkenntnisgewinn als Motor für den gesellschaftlichen Aufstieg wider. Für sie war Wissenschaft kein isolierter Selbstzweck, sondern ein unverzichtbares Werkzeug, um das menschliche Leid zu lindern und die Zivilisation auf eine höhere Stufe zu heben. Sie vertrat die Überzeugung, dass technischer und sozialer Fortschritt untrennbar miteinander verbunden sind. Dabei mahnte sie eine gewisse Bescheidenheit an: Trotz aller Erfolge stehe die Menschheit erst am Anfang des Verständnisses der Naturgesetze.
Heute wird diese Passage häufig zitiert, um die Bedeutung der Wissenschaft in Zeiten von Skepsis oder Budgetkürzungen zu unterstreichen. Sie findet Verwendung in akademischen Festreden, bildungspolitischen Debatten und populärwissenschaftlichen Publikationen. Das Zitat dient als zeitloses Plädoyer für Neugier und Investitionen in die Zukunft. Es erinnert daran, dass der Wohlstand moderner Gesellschaften auf Entdeckungen fußt, deren praktischer Nutzen zum Zeitpunkt ihrer Erforschung oft noch gar nicht absehbar war.
