Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, ohne die eigene Haltung zu verlieren, und ist damit der Schlüssel für ein friedliches und respektvolles Miteinander in unserer Gesellschaft.
Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber man muss einander zuhören, um zu verstehen, warum der andere so denkt, wie er denkt.
Hintergrund & Bedeutung
Dunja Hayali prägte diese Aussage vor dem Hintergrund einer zunehmenden Polarisierung in den sozialen Medien und im öffentlichen Diskurs, insbesondere während der Flüchtlingsdebatte ab 2015. Als Journalistin, die regelmäßig mit Hassrede und Ausgrenzung konfrontiert wurde, suchte sie aktiv das Gespräch mit Kritikern und Demonstranten, etwa am Rande von Pegida-Umzügen. Ihre Erfahrungen in diesen spannungsgeladenen Momenten verdeutlichten die Notwendigkeit, den kommunikativen Stillstand zu durchbrechen und den Dialog jenseits der eigenen Filterblase zu suchen. Die Kernbotschaft zielt auf die Unterscheidung zwischen inhaltlicher Zustimmung und empathischem Nachvollziehen ab. Hayali plädiert für eine demokratische Streitkultur, in der Differenzen nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt für Erkenntnis dienen. Es geht ihr nicht um den Kompromiss um jeden Preis, sondern um die intellektuelle Neugier, die Beweggründe des Gegenübers zu dechiffrieren. In ihrem Denken ist Zuhören eine aktive demokratische Handlung, die Vorurteile abbauen und die Menschlichkeit des anderen bewahren soll. Heute wird das Zitat häufig in Bildungskontexten, bei Debatten zur Medienkompetenz und in zivilgesellschaftlichen Initiativen verwendet. Es dient als Leitspruch gegen die algorithmische Verengung der Weltwahrnehmung und wird oft herangezogen, wenn es darum geht, Brücken in einer fragmentierten Gesellschaft zu bauen. In der Alltagskultur gilt es als Appell zur emotionalen Intelligenz und zur respektvollen Auseinandersetzung in einer Zeit, in der die Lautstärke oft die Argumente übertönt.
