Schön ist es doch, wenn zwei zusammen, die gleiche Glut, die gleichen Flammen, und wenn sie dann, wie sich's gehört, die Welt ein wenig hat vermehrt.
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Hintergrund & Bedeutung

Wilhelm Busch verfasste diese Zeilen im späten 19. Jahrhundert, einer Ära, die von bürgerlichen Moralvorstellungen und dem Ideal der Kleinfamilie geprägt war. Als scharfsinniger Beobachter der menschlichen Natur und humoristischer Zeichner hielt er der Gesellschaft oft einen Spiegel vor, wobei er das Alltägliche mit einer Mischung aus Spott und wohlwollender Anerkennung kommentierte. In dieser Zeit galt die Familiengründung nicht nur als privates Glück, sondern als fundamentale gesellschaftliche Pflicht, die Busch hier in seine charakteristische Reimform goss. Die Verse thematisieren die romantische Vereinigung zweier Menschen und die daraus resultierende Fortpflanzung als natürlichen Lauf der Dinge. Busch nutzt die Metaphorik von Glut und Flammen, um die Leidenschaft zu beschreiben, führt diese jedoch sogleich auf die pragmatische Ebene der Vermehrung zurück. Dahinter steckt die Überzeugung, dass das individuelle Leben in einem größeren biologischen und sozialen Zusammenhang steht. Sein typischer Stil verbindet dabei eine fast kindliche Einfachheit der Sprache mit einer tiefen, bisweilen ironischen Einsicht in die menschlichen Triebe und sozialen Normen. Heute ist das Zitat ein fester Bestandteil der deutschen Alltagskultur und wird bevorzugt in Glückwunschkarten zur Hochzeit oder zur Geburt eines Kindes verwendet. Seine anhaltende Popularität verdankt es der Fähigkeit, komplexe Lebensereignisse in charmante, leicht verständliche Worte zu fassen. Während Buschs Werk oft durch einen pessimistischen Blick auf die Welt gekennzeichnet ist, strahlen diese Zeilen eine seltene Wärme aus, die sie für feierliche Anlässe prädestiniert und den Dichter jenseits seiner satirischen Schärfe als Kenner des menschlichen Herzens zeigt.

Wilhelm Busch

Dichter und Zeichner · Deutsch

Wilhelm Busch war ein einflussreicher deutscher Dichter und Zeichner, der als einer der Wegbereiter des modernen Comics gilt und durch seine humoristischen, oft sarkastischen Bildergeschichten wie "Max und Moritz" Weltruhm erlangte.

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