Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier. Wir kennen es bloß im Zustand der Bändigung, welche man Zivilisation nennt.
Zitate von Arthur Schopenhauer
Arthur Schopenhauer war ein einflussreicher deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, der als Begründer des metaphysischen Pessimismus und durch sein Hauptwerk 'Die Welt als Wille und Vorstellung' Weltruhm erlangte.
10 Zitate
Arthur Schopenhauer wurde 1788 in Danzig in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie geboren. Nach dem Suizid seines Vaters und einer abgebrochenen Kaufmannslehre widmete er sich akademischen Studien in Göttingen und Berlin. Sein Leben war geprägt von einer tiefen Distanz zum akademischen Establishment seiner Zeit, insbesondere zu Georg Wilhelm Friedrich Hegel, dessen Idealismus er leidenschaftlich bekämpfte. Schopenhauer lebte den Großteil seines Lebens als Privatgelehrter in Frankfurt am Main, wo er in relativer Isolation an der Ausarbeitung seines philosophischen Systems feilte, das erst spät zu allgemeiner Anerkennung gelangte. Sein Denken ist tief in der Aufklärung verwurzelt, bricht jedoch radikal mit deren Fortschrittsglauben.
Im Zentrum seiner Philosophie steht die Erkenntnis, dass die Welt nicht nur eine rationale Vorstellung des Verstandes ist, sondern im Kern aus einem blinden, unvernünftigen und rastlosen Drang besteht, den er als ‚Wille‘ bezeichnete. Dieser Wille ist die treibende Kraft hinter allem Leben, führt jedoch zwangsläufig zu Leiden, da jedes Begehren aus einem Mangel entspringt und Erfüllung nur flüchtigen Genuss bietet. Schopenhauer integrierte als einer der ersten westlichen Denker maßgebliche Konzepte der indischen Philosophie, wie die Upanishaden und den Buddhismus, in sein Werk. Er sah in der ästhetischen Kontemplation der Kunst, im Mitleid als ethischer Grundlage und in der asketischen Verneinung des Lebenswillens die einzigen Wege, dem Kreislauf des Leidens kurzzeitig oder dauerhaft zu entkommen.
Das Vermächtnis Schopenhauers ist immens und reicht weit über die Fachphilosophie hinaus. Sein pessimistisches Weltbild und seine psychologische Tiefenschärfe beeinflussten Denker wie Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud und Ludwig Wittgenstein maßgeblich. Auch in der Literatur und Kunst hinterließ er tiefe Spuren; Schriftsteller wie Thomas Mann, Leo Tolstoi und Marcel Proust sowie der Komponist Richard Wagner bezogen wesentliche Impulse aus seinen Schriften. Bis heute werden seine Werke gelesen, weil sie eine ungeschönte Analyse der menschlichen Existenz bieten und Themen wie Einsamkeit, Triebhaftigkeit und die heilende Kraft der Kunst mit einer sprachlichen Brillanz behandeln, die in der deutschen Philosophiegeschichte ihresgleichen sucht.
Das Leben schwingt also, wie ein Pendel, hin und her zwischen dem Schmerz und der Langeweile.
Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.
Glücklich ist, wer die Quelle des Glücks in sich selbst findet; denn alle äußeren Quellen sind ihrem Wesen nach unsicher, hinfällig, vergänglich und dem Zufall unterworfen.
Meistens belehrt uns erst der Verlust über den Wert der Dinge.
Man ist nur so lange frei, als man allein ist; die Liebe zur Einsamkeit kann daher nur als Liebe zur Freiheit betrachtet werden.
Die ersten vierzig Jahre unseres Lebens liefern den Text, die folgenden dreißig den Kommentar dazu, der uns den wahren Sinn und Zusammenhang des Textes erst recht verstehen lehrt.
Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.
Höflichkeit ist die Klugheit, folglich Unhöflichkeit die Dummheit: sich mittels ihrer unnötigerweise und mutwillig Feinde machen, ist Raserei, wie wenn man sein Haus in Brand steckt.
Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.
