Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.
Zitate von Helmut Schmidt
Helmut Schmidt (1918–2015) war ein deutscher SPD-Politiker und von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er erlangte Weltruf als krisenfester Staatsmann, Ökonom und scharfsinniger Publizist.
15 Zitate
Helmut Schmidt wurde 1918 in Hamburg geboren und war zeitlebens tief in der hanseatischen Tradition verwurzelt. Nach dem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg und einem Studium der Volkswirtschaftslehre begann sein politischer Aufstieg in der Hamburger Bürgerschaft. Bundesweite Bekanntheit erlangte er 1962 als Hamburger Polizeisenator durch sein entschlossenes Krisenmanagement während der verheerenden Sturmflut. In der Bundespolitik profilierte er sich zunächst als Fraktionsvorsitzender der SPD sowie als Verteidigungs- und Finanzminister, bevor er 1974 die Nachfolge von Willy Brandt als Bundeskanzler antrat. Seine Amtszeit war geprägt von globalen wirtschaftlichen Erschütterungen wie der Ölkrise und der Bedrohung durch den Terrorismus der RAF im Deutschen Herbst 1977.Schmidt vertrat eine Philosophie des Realismus und der Pflicht. Sein Denken war stark vom Rationalismus und der Aufklärung sowie von der Philosophie von Immanuel Kant und Karl Popper beeinflusst. Er verstand Politik nicht als Ort für utopische Träume, sondern als Handeln innerhalb der Grenzen des Machbaren, was sich in seinem berühmten Diktum über Visionen widerspiegelte. Zu seinen zentralen Überzeugungen gehörten die Notwendigkeit der internationalen Zusammenarbeit, insbesondere im Rahmen der europäischen Integration, und die Aufrechterhaltung des strategischen Gleichgewichts während des Kalten Krieges. Er war ein entschiedener Verfechter des NATO-Doppelbeschlusses, eine Position, die ihn schließlich die Unterstützung von Teilen seiner eigenen Partei kostete.Das Vermächtnis von Helmut Schmidt reicht weit über seine aktive politische Karriere hinaus. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kanzleramt prägte er als Mitherausgeber der Wochenzeitung ‚DIE ZEIT‘ über Jahrzehnte den öffentlichen Diskurs in Deutschland. Er wurde zur moralischen Instanz und zum ‚Welterklärer‘, dessen Urteil zu globaler Wirtschaftsethik, dem Aufstieg Chinas oder der europäischen Einigung hohes Gewicht beigemessen wurde. Seine Zitate werden bis heute zitiert, weil sie eine seltene Mischung aus intellektueller Tiefe, ungeschönter Direktheit und pragmatischer Vernunft verkörpern. Schmidt bleibt als Prototyp des verantwortungsbewussten Staatsmannes im kollektiven Gedächtnis, der Stabilität und Verlässlichkeit in Zeiten des Umbruchs garantierte.
Wenn man sich mit der Geschichte beschäftigt, dann erkennt man, dass die meisten Krisen durch ein Zuviel an Emotionen und ein Zuwenig an Vernunft entstanden sind.
Wer in der Politik Verantwortung trägt, der darf nicht nur an die nächste Wahl denken, sondern muss an die nächste Generation denken.
Die Vernunft ist das einzige Werkzeug, das wir Menschen haben, um unser Schicksal einigermaßen erträglich zu gestalten und die Gefahren, die uns drohen, abzuwenden.
Wer Kritik üben will, der muss erst einmal verstehen, was der andere eigentlich will und was er meint. Das ist die Voraussetzung für jede vernünftige Auseinandersetzung.
Willen braucht man natürlich auch, aber man braucht vor allem Vernunft. Das ist der Unterschied zwischen dem Menschen und dem anderen Tier.
Wer sich nicht mit der Vergangenheit beschäftigt, der wird die Zukunft nicht meistern.
Eine der wichtigsten Tugenden ist die Gelassenheit. Man muss lernen, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind, und das Beste daraus zu machen, ohne sich ständig zu beklagen.
In der Krise beweist sich der Charakter.
Wer keine Visionen hat, vermag weder große Entschlüsse zu fassen noch große Taten zu vollbringen.
