Wenn man nicht vertraut, wird man nicht vertraut. Wer sich selbst nicht vertraut, dem wird nicht vertraut.
Zitate von Laozi
Laozi war ein legendärer chinesischer Philosoph des 6. Jahrhunderts v. Chr. und gilt als Begründer des Daoismus sowie als mutmaßlicher Verfasser des Daodejing.
9 Zitate
Laozi, dessen Name wörtlich ‚Alter Meister‘ bedeutet, lebte nach der Überlieferung im China der Frühlings- und Herbstperiode. Historisch ist seine Existenz nicht zweifelsfrei belegt; Sima Qian beschreibt ihn in seinen Aufzeichnungen als Archivar am Hofe der Zhou-Dynastie. In einer Zeit politischer Instabilität und kriegerischer Auseinandersetzungen suchte Laozi nach Wegen zur inneren und gesellschaftlichen Harmonie. Die Legende besagt, dass er am Ende seines Lebens auf einem Wasserbüffel reitend nach Westen zog und an einem Grenzpass auf Bitten eines Wächters seine Lehren im Daodejing niederschrieb, bevor er spurlos verschwand. Das Denken Laozis zentriert sich um das ‚Dao‘, das unergründliche Urprinzip des Kosmos, dem alles Sein entspringt. Ein Kernkonzept seiner Philosophie ist ‚Wu Wei‘, das Handeln durch Nichthandeln. Dies bedeutet nicht Passivität, sondern ein Wirken im Einklang mit dem natürlichen Lauf der Dinge, ohne künstliche Anstrengung oder egozentrisches Streben. Laozi betonte Werte wie Genügsamkeit, Demut und Mitgefühl. Er kritisierte starre moralische Regeln und gesellschaftliche Konventionen, da diese den Menschen von seiner ursprünglichen Natur entfremden würden. Stattdessen plädierte er für eine Rückkehr zur Einfachheit und die Anerkennung der komplementären Dualität von Yin und Yang. Das Vermächtnis Laozis ist immens und prägt die chinesische Kultur bis heute tiefgreifend. Neben dem Konfuzianismus und dem Buddhismus bildet der Daoismus eine der drei Säulen der chinesischen Geisteswelt. Seine Ideen beeinflussten nicht nur die Philosophie und Religion, sondern auch die traditionelle Medizin, die Kampfkunst, die Ästhetik und die Staatsführung. In der Moderne finden seine Gedanken weltweiten Anklang, insbesondere in der Ökologiebewegung und der Psychologie, da sie eine alternative Sicht auf das Verhältnis zwischen Mensch und Natur sowie eine Kritik an rastlosem Fortschrittsglauben bieten.
Die Welt lässt sich nicht durch Handeln verbessern. Wer handelt, verdirbt sie; wer sie festhalten will, verliert sie. Der Weise lässt die Dinge geschehen, wie sie sind, und so ordnen…
Wer sich selbst kennt, ist aufgeklärt. Wer andere besiegt, hat Kraft. Wer sich selbst besiegt, ist stark. Wer sich begnügt, ist reich. Wer mit Kraft handelt, hat einen Willen.
Das Weiche besiegt das Harte, das Schwache besiegt das Starke. Jeder in der Welt weiß das, doch niemand kann danach handeln.
Wer auf Zehenspitzen steht, steht nicht fest. Wer ausgreifend schreitet, kommt nicht voran. Wer sich selbst zeigt, leuchtet nicht. Wer sich selbst rechtfertigt, findet keine Anerkennung.
Schwere Dinge in der Welt müssen in der Leichtigkeit begonnen werden, große Dinge in der Welt müssen im Kleinen begonnen werden.
Wer zufrieden ist mit dem, was er hat, ist reich. Wer sein Ziel kennt, findet den Weg. Wer sich selbst besiegt, ist stark.
Ein tausend Meilen langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Wer handelt, verdirbt es; wer festhält, verliert es. Darum handelt der Weise nicht und verdirbt nichts, er hält nicht fest…
Wer andere besiegt, hat Kraft; wer sich selbst besiegt, ist stark.
