Es ist die Eigenschaft eines großen Geistes, die Dinge von oben zu betrachten und nicht durch die kleinen Sorgen des Alltags unterdrückt zu werden, sondern mit Gelassenheit auf alles zu…
Zitate von Marcus Tullius Cicero
Marcus Tullius Cicero war ein herausragender römischer Redner, Staatsmann und Philosoph, der als Verteidiger der Republik und Meister der lateinischen Prosa Weltruhm erlangte.
11 Zitate
Marcus Tullius Cicero wurde 106 v. Chr. in Arpinum als Sohn einer wohlhabenden Ritterfamilie geboren. Trotz seiner Herkunft aus der Provinz gelang ihm als ‚homo novus‘ ein beispielloser Aufstieg im römischen Cursus honorum, der im Jahr 63 v. Chr. in seinem Konsulat gipfelte. In dieser Zeit deckte er die Catilinarische Verschwörung auf, ein Ereignis, das er zeitlebens als Rettung des Staates stilisierte. Sein Leben war untrennbar mit den bürgerkriegsähnlichen Unruhen der späten Republik verknüpft, wobei er stets versuchte, die traditionelle Ordnung gegen die Machtansprüche von Einzelherrschern wie Caesar oder Antonius zu verteidigen. Sein politisches Engagement endete tragisch mit seiner Proskription und Ermordung im Jahr 43 v. Chr. im Auftrag des Triumvirats. Ciceros Denken war tief im griechischen Hellenismus verwurzelt, den er für die römische Welt übersetzte und adaptierte. Er vertrat einen gemäßigten Skeptizismus und legte großen Wert auf die Verbindung von Philosophie und Rhetorik. In seinen Werken wie ‚De re publica‘ oder ‚De officiis‘ betonte er die Bedeutung von Tugend, Gerechtigkeit und der Pflicht des Einzelnen gegenüber dem Gemeinwesen. Seine Überzeugung, dass wahre Beredsamkeit untrennbar mit moralischer Integrität und umfassender Bildung verbunden sein müsse, prägte das Ideal des ‚vir bonus dicendi peritus‘. Zentrale Themen seiner Schriften sind die Natur des Gesetzes, die beste Staatsform und die stoisch beeinflusste Bewältigung von Schicksalsschlägen. Das Vermächtnis Ciceros ist für die westliche Kulturgeschichte kaum zu überschätzen. Er schuf das Vokabular, mit dem Europa über Jahrhunderte über Politik, Recht und Ethik diskutierte. Im Mittelalter und in der Renaissance galt sein Stil als das unerreichte Ideal der lateinischen Sprache; der Humanismus ist ohne die Wiederentdeckung seiner Briefe und Reden nicht denkbar. Seine Gedanken zur Gewaltenteilung und zum Naturrecht beeinflussten die Aufklärung und finden sich in den Verfassungen moderner Demokratien wieder. Bis heute werden seine Zitate herangezogen, um die Bedeutung von Zivilcourage, Bildung und Rechtsstaatlichkeit zu unterstreichen.
Denn das Gesetz ist nichts anderes als die rechte Vernunft, die aus der Natur der Dinge abgeleitet ist und die Menschen dazu anleitet, das Rechte zu tun und das Unrechte…
Denn die Gerechtigkeit ist die einzige Grundlage für alle menschlichen Gemeinschaften, und ohne sie kann kein Staat, keine Familie und kein Leben Bestand haben.
Fangt also an, ihr Besten, und nutzt die Zeit der Jugend, um jene Studien zu betreiben, durch die ihr eurem Alter Ehre, euren Freunden Nutzen und dem Staate Ruhm erwerben…
Das Gedächtnis ist die Schatzkammer aller Dinge und ihre Hüterin, ohne die alles, was wir uns ausgedacht und erdacht haben, verloren gehen muss.
Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele; denn wie der Körper durch den Geist, so wird das Haus durch die Bildung belebt und verschönert.
Keine Schuld ist dringender als die, Dankbarkeit zu zeigen, denn wer die Dankbarkeit vergisst, der verliert das Band, das die Menschen miteinander verbindet.
Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.
Freundschaft ist nichts anderes als die Übereinstimmung in allen göttlichen und menschlichen Dingen mit Wohlwollen und Liebe.
O Philosophie, du Führerin des Lebens, du Erforscherin der Tugenden und Vertreiberin der Laster!
