Tod ist ein Übel; so haben es die Götter entschieden, denn sonst wären sie ja wohl selbst gestorben.
Zitate von Sappho
Sappho war eine bedeutende antike griechische Lyrikerin der Archaik, die für ihre leidenschaftliche Liebesdichtung und ihre Rolle als Vorreiterin der subjektiven Poesie auf der Insel Lesbos bekannt ist.
15 Zitate
Sappho wurde um 630 v. Chr. auf der Insel Lesbos geboren, vermutlich in Eresos oder Mytilene, und verstarb dort um 570 v. Chr. Sie entstammte einer wohlhabenden Adelsfamilie, was ihr eine umfassende Bildung und eine gesellschaftliche Stellung ermöglichte, die für Frauen in der griechischen Antike außergewöhnlich war. Ihr Leben war eng mit den politischen Unruhen ihrer Heimatstadt Mytilene verknüpft, was zeitweise zu ihrem Exil auf Sizilien führte. Nach ihrer Rückkehr leitete sie vermutlich einen Thiasos, eine kultische Gemeinschaft junger Frauen, in der Musik, Tanz und Dichtung im Zentrum der Ausbildung und des religiösen Lebens standen. Sapphos Werk markiert den Übergang von der heroischen Epik Homers hin zur individuellen Lyrik, die persönliche Empfindungen in den Vordergrund stellt. Ihr Denken und ihre Überzeugungen kreisten primär um die Macht der Aphrodite und die Unausweichlichkeit des Eros. Im Gegensatz zu den kriegerischen Idealen ihrer Zeit erhob sie die Schönheit und das Begehren zu den höchsten Werten. In ihren Fragmenten thematisiert sie die körperliche und seelische Wucht der Liebe, die Eifersucht und die Vergänglichkeit der Jugend. Ihre Sprache ist geprägt von einer psychologischen Tiefe, die das Innenleben des Individuums präzise seziert. Für Sappho war die Ästhetik des Augenblicks und die emotionale Wahrhaftigkeit bedeutender als politische Macht oder militärischer Ruhm. Das Vermächtnis Sapphos ist immens, obwohl nur ein Bruchteil ihres einst umfangreichen Werkes in Fragmenten erhalten geblieben ist. In der Antike wurde sie als die ‚zehnte Muse‘ verehrt und prägte die metrische Form der sapphischen Strophe, die später von römischen Dichtern wie Horaz und Catull adaptiert wurde. Ihre Identität als Frau, die offen über weibliches Begehren schrieb, machte sie zu einer zentralen Figur der Weltliteratur und später zu einer Ikone für die LGBTQ-Bewegung, wobei die Begriffe ‚lesbisch‘ und ’sapphisch‘ direkt auf sie und ihre Herkunft zurückgehen. Bis heute wird sie gelesen, weil sie universelle menschliche Emotionen in einer zeitlosen, bildhaften Sprache artikulierte, die die Grenzen der Jahrhunderte überwindet.
Denn wer schön ist, ist es nur anzusehen, wer aber gut ist, wird auch bald schön sein.
Goldene Sandalen banden die Göttinnen ihr um die Füße, als sie aus Kreta herbeieilte, um uns zu besuchen, und die Anmut atmete aus ihrem Gesicht.
Ich habe dich gesucht und du bist gekommen, und du hast mein Herz gekühlt, das vor Sehnsucht brannte.
Ich liebe das Zarte, und für mich ist die Liebe zum Licht das Schöne und die Sonne.
Reichtum ohne Tugend ist kein angenehmer Nachbar, aber die Mischung aus beidem bildet den Gipfel der Glückseligkeit.
Schön ist, wer schön ist, solange er vor uns steht; wer aber auch gut ist, der wird sogleich auch schön sein.
Du bist gekommen, und du hast es gut getan. Ich habe dich erwartet.
Abendstern, du bringst alles zurück, was der helle Morgen verstreute.
Und die Liebe schüttelte mein Herz, wie der Wind auf den Bergen die Eichen schüttelt.
