Wir müssen Gott danken für die Freuden, die er uns schenkt, und ihm vertrauen in den Sorgen, die er uns auferlegt.
Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz, und Gott will fröhliche Leute haben, darum hat er seinen Sohn zu uns gesandt, dass wir fröhlich sein sollen.
Hintergrund & Bedeutung
Die Äußerung wird Martin Luthers sogenannten „Tischreden“ zugeordnet, einer Sammlung von Mitschriften seiner Studenten und Weggefährten, die seine informellen Gespräche im häuslichen Kreis festhielten. In der Mitte des 16. Jahrhunderts herrschte im Hause Luther eine Atmosphäre der intellektuellen Offenheit, in der theologische Tiefe oft mit einer derben, volksnahen Sprache verschmolz. Luther kämpfte zeit seines Lebens mit Phasen tiefer Melancholie und Anfechtung, weshalb er die Gemeinschaft beim Essen und Trinken als notwendiges Gegengewicht zur geistigen Last der Reformation und zur ständigen Bedrohung durch seine Gegner betrachtete. Die drastische Wortwahl spiegelt dabei den direkten, ungeschönten Kommunikationsstil des Reformators wider, der komplexe theologische Wahrheiten in die Lebenswelt der einfachen Menschen übersetzte. Kern der Aussage ist die Überzeugung, dass der christliche Glaube eine befreiende Kraft ist, die den Menschen von Angst und innerer Verkrampfung erlösen soll. Luther wandte sich gegen ein rein asketisches oder freudloses Religionsverständnis. Für ihn war die Menschwerdung Gottes in Christus der ultimative Beweis für Gottes Wohlwollen, was in einer grundlegenden Lebensfreude münden müsse. Ein „verzagtes“ Herz könne keine echte Spiritualität hervorbringen, da wahrer Glaube aus der Gewissheit der Gnade entspringe. Heute wird das Zitat vor allem wegen seiner humorvollen Derbheit geschätzt und oft herangezogen, um Luthers menschliche, bodenständige Seite zu betonen. Es dient in der Populärkultur und in lebensphilosophischen Kontexten als Plädoyer für Mut und gegen übertriebene Prüderie oder religiösen Ernst.
