Der Wille und nicht die Gabe macht den Geber.
Dichter und Dramatiker Nathan der Weise (Nathan the Wise), 1779
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Hintergrund & Bedeutung

Gotthold Ephraim Lessing verfasste das dramatische Gedicht „Nathan der Weise“ im Jahr 1779 vor dem Hintergrund eines erbitterten theologischen Streits mit dem Hamburger Hauptpastor Goeze. Da Lessing durch ein kaiserliches Publikationsverbot belegt war, das ihm weitere religionsphilosophische Abhandlungen untersagte, nutzte er die Bühne als „Kanzel“, um seine Ideen der Toleranz und Humanität zu verbreiten. Inmitten der Aufklärung thematisiert das Werk das friedliche Zusammenleben der drei monotheistischen Weltreligionen und stellt den moralischen Wert des Individuums über dogmatische Zugehörigkeiten. Die Aussage betont, dass der ethische Wert einer Handlung nicht an der materiellen Größe eines Geschenks oder einer Tat zu messen ist, sondern an der inneren Gesinnung und der bewussten Absicht des Handelnden. Damit spiegelt das Zitat Lessings tiefe Überzeugung wider, dass wahre Humanität in der Selbstlosigkeit und dem Charakter wurzelt. Nicht das sichtbare Resultat, sondern die moralische Qualität des Wollens definiert den Menschen. Diese Sichtweise steht im Einklang mit der kantischen Ethik und dem aufklärerischen Ideal der Autonomie. Heute wird der Satz häufig herangezogen, um in einer leistungsorientierten Gesellschaft an den Wert von Empathie und Aufrichtigkeit zu erinnern. Er findet Anwendung in pädagogischen und philosophischen Diskursen über Altruismus sowie im alltäglichen Kontext des Schenkens, um die Geste gegenüber dem materiellen Wert hervorzuheben.

Gotthold Ephraim Lessing

Dichter und Dramatiker · Deutsch

Gotthold Ephraim Lessing war ein bedeutender Dichter, Dramatiker und Philosoph der deutschen Aufklärung, der durch Werke wie 'Nathan der Weise' und seine Forderung nach religiöser Toleranz Weltruhm erlangte.

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