Man muss immer wieder versuchen, das Unmögliche möglich zu machen, und man darf sich nie damit abfinden, dass Dinge so sind, wie sie sind.
Die Energiewende ist ein Gemeinschaftswerk, das wir nur dann erfolgreich gestalten können, wenn wir die Menschen mitnehmen und wenn wir die wirtschaftliche Vernunft nicht aus den Augen verlieren.
Hintergrund & Bedeutung
Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 vollzog die Bundesregierung unter Angela Merkel eine radikale Kehrtwende in der Energiepolitik. In ihrer Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag am 9. Juni 2011 begründete die promovierte Physikerin den beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie und den Übergang zu erneuerbaren Energien. Dieser Moment markierte einen historischen Bruch mit der vorherigen Position der Union und erforderte eine gesellschaftliche Neuausrichtung, die sowohl ökologische Ziele als auch die Stabilität des Industriestandorts Deutschland berücksichtigen musste. Die Worte verdeutlichen Merkels pragmatischen Politikstil, der darauf abzielt, komplexe Transformationsprozesse durch einen breiten gesellschaftlichen Konsens abzusichern. Die Kernidee besteht darin, dass ein solches Jahrhundertprojekt nicht gegen den Willen der Bevölkerung oder unter Missachtung ökonomischer Gesetzmäßigkeiten erzwungen werden kann. Für Merkel war die Energiewende kein rein ideologisches Projekt, sondern eine rationale Antwort auf veränderte Risikobewertungen, die jedoch nur durch die Balance zwischen Akzeptanz, Machbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit gelingen konnte. Heute wird die Aussage häufig in Debatten über den Klimawandel und die soziale Gerechtigkeit herangezogen. Sie dient als Mahnung in politischen Diskussionen, wenn die Gefahr besteht, dass die Kosten der Transformation einseitig verteilt werden oder der ländliche Raum den Anschluss verliert. In der politischen Bildung und in wirtschaftsphilosophischen Diskursen steht das Zitat stellvertretend für die Herausforderung, ökologische Notwendigkeiten mit demokratischen Prozessen und marktwirtschaftlichen Realitäten zu versöhnen.
