Man muss immer das Ziel im Auge behalten, aber man darf niemals die Mittel vergessen, die dorthin führen, und die Hindernisse, die im Wege stehen.
Die Politik ist eine zu ernste Angelegenheit, um sie den Politikern zu überlassen.
Hintergrund & Bedeutung
Charles de Gaulle, der prägende Staatsmann der französischen Fünften Republik, äußerte diesen Gedanken vorwiegend vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und der darauffolgenden politischen Instabilität Frankreichs. Als General und späterer Präsident empfand er die Parteienherrschaft der Vierten Republik als lähmend und ineffizient. Das Zitat spiegelt seine tiefe Skepsis gegenüber dem reinen Berufspolitikertum wider, das seiner Meinung nach oft Partikularinteressen über das Gemeinwohl stellte. De Gaulle sah sich selbst oft als eine Figur über den Parteien, die in Krisenzeiten direkt mit dem Volk kommunizieren musste, um die nationale Souveränität zu sichern. Die Kernidee hinter dieser Aussage ist die Forderung nach staatsbürgerlicher Verantwortung und einer übergeordneten Vision, die über das taktische Kalkül des politischen Tagesgeschäfts hinausgeht. De Gaulle war überzeugt, dass wahre Staatskunst historische Weitsicht und eine tiefe Verbundenheit mit dem Schicksal der Nation erfordert, anstatt sich in parlamentarischen Debatten zu erschöpfen. Er plädierte damit indirekt für eine starke Exekutive und die Einbindung von Experten oder Persönlichkeiten mit praktischer Lebenserfahrung in die Regierungsverantwortung. In der heutigen Rezeption dient der Ausspruch oft als geflügeltes Wort für die Kritik an einer vermeintlich abgehobenen politischen Klasse. Er wird in Debatten über direkte Demokratie, Bürgerbeteiligung und Technokratie herangezogen, um zu verdeutlichen, dass gesellschaftliche Gestaltung eine Aufgabe für die gesamte Zivilgesellschaft ist. Ob in Leitartikeln zur Politikverdrossenheit oder in philosophischen Diskursen über die Partizipation – de Gaulles Bonmot bleibt ein Standardargument für die Rückbesinnung auf die Verantwortung des Einzelnen im demokratischen Prozess.
