Das Leben im Traum ist wie ein langes Jahr. Warum soll man sich abmühen? Ich liege den ganzen Tag betrunken vor dem Haus und höre nicht, wie der Vogel im…
Zitate von Li Bai
Li Bai war einer der bedeutendsten Lyriker Chinas während der Tang-Dynastie und ist weltbekannt für seine romantischen, naturverbundenen Gedichte über Wein, Freundschaft und den Mond.
15 Zitate
Li Bai (701–762), auch bekannt als Li Po, gilt neben Du Fu als die zentrale Gestalt der chinesischen Literaturgeschichte. Er lebte während der Blütezeit der Tang-Dynastie, einer Ära kulturellen Reichtums und politischer Macht. Im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen schlug er keinen klassischen Beamtenweg über die kaiserlichen Prüfungen ein, sondern führte ein unstetes Wanderleben, das ihn durch weite Teile des Reiches führte. Seine außergewöhnliche Begabung brachte ihn schließlich an den Hof von Kaiser Xuanzong, wo er als Mitglied der Hanlin-Akademie wirkte, bevor er aufgrund von Hofintrigen und seiner unangepassten Art die Hauptstadt wieder verlassen musste. Sein Leben war geprägt von der Spannung zwischen dem Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung und einer tiefen Sehnsucht nach persönlicher Freiheit.
Das Denken Li Bais war tief im Daoismus verwurzelt, was sich in seiner Faszination für die Natur, die Unsterblichkeit und das Spontane widerspiegelte. Seine Lyrik zeichnet sich durch eine transzendente Leichtigkeit und eine oft rauschhafte Begeisterung aus. Wiederkehrende Motive sind die Einsamkeit des Individuums im Kosmos, die Flüchtigkeit des Lebens und die Suche nach spiritueller Befreiung, oft symbolisiert durch den Genuss von Wein oder die Betrachtung des Mondes. Er pflegte das Image des „verbannten Unsterblichen“, der die irdischen Konventionen hinter sich lässt, um eins mit dem Dao zu werden. Gleichzeitig finden sich in seinem Werk konfuzianische Untertöne der Loyalität und soziale Beobachtungen, die seine Verbundenheit mit dem Schicksal des Volkes zeigen.
Das Vermächtnis Li Bais ist in der ostasiatischen Kultur allgegenwärtig. Er revolutionierte die Form der klassischen Lyrik durch eine freiere Handhabung von Metrum und Struktur, was Generationen von Dichtern beeinflusste. Seine Werke gehören bis heute zum Kerncurriculum chinesischer Schulen und prägen das ästhetische Empfinden in China, Japan und Korea. Über die Literatur hinaus beeinflusste seine Lebensphilosophie der Ungebundenheit die Kunst und Malerei. In der Moderne fanden seine Verse durch Übersetzungen Eingang in die Weltliteratur, etwa als Inspiration für Gustav Mahlers „Das Lied von der Erde“. Li Bai bleibt ein Symbol für die schöpferische Freiheit und die zeitlose Suche des Menschen nach einem Platz in der Unendlichkeit der Natur.
Die Vögel sind geflogen und verschwunden, eine einsame Wolke schwebt gemächlich dahin. Wir schauen uns an, ohne uns jemals satt zu sehen, nur der Berg Jingting und ich.
Wenn du mich fragst, warum ich in den grünen Bergen lebe, lächle ich nur und antworte nicht; mein Herz ist so frei wie das Wasser, das still dahinzieht.
Wenn man den Wein trinkt, sollte man ihn bis zum letzten Tropfen genießen, denn das Leben ist kurz und die Zeit verrinnt wie das Wasser eines Flusses, der niemals zurückkehrt.
Wenn man den Wein trinkt, sollte man ihn bis zum letzten Tropfen genießen, denn das Leben ist kurz und die Zeit verrinnt wie das Wasser eines Flusses, das niemals wieder…
Wer die Welt als Gast besucht, sollte nicht traurig sein, wenn er sie wieder verlässt, denn das Leben ist wie eine Herberge, in der wir nur für eine kurze Nacht…
Die Menschen von heute sehen den Mond von einst nicht mehr, doch der Mond von heute hat einst die Vorfahren beleuchtet.
Der gelbe Fluss kommt aus dem Himmel, fließt unaufhaltsam zum Meer und kehrt niemals zurück. Siehst du nicht, wie das Haar im Spiegel des Morgens schwarz war und am Abend…
Die Wolken erinnern mich an ihre Kleider, die Blumen an ihr Gesicht; der Frühlingswind streift die Veranda, und der Tau glänzt in tiefer Pracht.
Wir schwingen die Becher und grüßen den hellen Mond; wir lassen den Wein fließen und vergessen die Sorgen der Welt, während der Wind in den Kiefern leise zu uns spricht.
