Die Praxis ist das einzige Kriterium der Wahrheit, und Wissen entsteht nur durch die Praxis.
Revolutionär, Staatsführer On Practice (1937)
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Hintergrund & Bedeutung

Mao Zedong verfasste die philosophische Abhandlung „Über die Praxis“ im Juli 1937 während des Yan'an-Aufenthalts, einer Phase der Konsolidierung der Kommunistischen Partei Chinas. Inmitten des Widerstands gegen die japanische Invasion und innerparteilicher Richtungskämpfe richtete sich Mao gegen den „Dogmatismus“ jener Kader, die marxistische Theorien starr aus sowjetischen Lehrbüchern übernahmen, ohne die spezifischen ländlichen Realitäten Chinas zu berücksichtigen. Die Schrift diente dazu, die Bedeutung der unmittelbaren Erfahrung und der revolutionären Arbeit vor Ort als erkenntnistheoretische Grundlage zu legitimieren.

Der Kern dieser Aussage liegt in der dialektischen Verbindung von Theorie und Handeln. Mao argumentiert, dass objektive Wahrheit nicht durch rein intellektuelle Reflexion, sondern erst durch die materielle Veränderung der Welt erfahrbar wird. Wissen ist demnach kein statischer Besitz, sondern ein dynamischer Prozess: Es wird in der Praxis gewonnen, durch Theorie abstrahiert und muss sich anschließend erneut in der Anwendung bewähren. In Maos Denken bildet diese Überzeugung das Fundament für die Mobilisierung der Massen, da nur die kollektive Erfahrung der Bauern und Arbeiter als legitime Quelle politischer Strategie gilt.

Nach Maos Tod erlangte der Leitsatz unter Deng Xiaoping eine neue, pragmatische Bedeutung als ideologischer Wegbereiter für die Reform- und Öffnungspolitik ab 1978. Heute wird das Zitat weit über den Maoismus hinaus in der politischen Philosophie und der Managementlehre rezipiert, um die Überlegenheit von empirischer Evidenz gegenüber ideologischen Vorurteilen zu betonen. Es dient in Debatten als Mahnung, Theorien stets an der messbaren Realität zu messen, und bleibt ein zentraler Bezugspunkt für den chinesischen Pragmatismus in Wirtschaft und Gesellschaft.

Mao Zedong

Revolutionär, Staatsführer · Chinesisch

Mao Zedong war ein chinesischer Revolutionär, Mitbegründer der Kommunistischen Partei Chinas und der erste Staatschef der 1949 ausgerufenen Volksrepublik China. Er prägte durch den Maoismus die moderne Geschichte Chinas und bleibt aufgrund seiner radikalen gesellschaftlichen Umbrüche eine der einflussreichsten wie auch umstrittensten Figuren des 20. Jahrhunderts.

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