Es gibt ein Land, wo alles anders ist, wo die Blumen nicht welken und die Sonne niemals untergeht, und wir werden uns dort wiedersehen, meine Seele und deine.
Dichterin, Schriftstellerin, Zeichnerin Hebräerland, 1937
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Hintergrund & Bedeutung

Else Lasker-Schüler veröffentlichte das Prosawerk „Hebräerland“ im Jahr 1937 während ihres Schweizer Exils, geprägt von der schmerzhaften Trennung von ihrer deutschen Heimat und der Sehnsucht nach einer spirituellen Zuflucht. In einer Zeit, in der die Nationalsozialisten ihre Kunst als „entartet“ diffamierten und die jüdische Kultur systematisch vernichteten, schuf die Dichterin mit diesem Text eine poetische Topographie Palästinas. Das Werk vermischt Reisebericht mit biblischer Vision und persönlicher Mythologie, wobei die reale Landschaft zur Kulisse für eine metaphysische Heimat wird. Das Zitat artikuliert die tiefe Sehnsucht nach einer jenseitigen Existenz, in der die Vergänglichkeit des Irdischen und der Schmerz der Trennung überwunden sind. Es beschreibt einen utopischen Ort der Unvergänglichkeit, der jenseits von Zeit und Raum existiert. Für Lasker-Schüler ist diese Vision Ausdruck ihres pantheistischen Glaubens und ihrer Überzeugung, dass die menschliche Seele in einer geistigen Sphäre mit geliebten Wesen verbunden bleibt. Hier manifestiert sich ihr Streben nach Versöhnung und die Flucht vor der grausamen Realität in eine Welt der absoluten Harmonie. Heute findet das Zitat vor allem in der Trauerkultur und in spirituellen Kontexten Verwendung, da es Trost spendet und die Hoffnung auf ein Wiedersehen nach dem Tod thematisiert. Es wird häufig in Grabreden oder Kondolenzschreiben zitiert, hat aber auch in der literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Exilliteratur Bedeutung behalten. Die zeitlose Sprache der Dichterin macht die Passage zu einem festen Bestandteil der deutschsprachigen Lyrikrezeption, wenn es um die Unsterblichkeit der Liebe geht.

Else Lasker-Schüler

Dichterin, Schriftstellerin, Zeichnerin · Deutsch

Else Lasker-Schüler war eine herausragende deutsch-jüdische Dichterin und Zeichnerin, die als eine der bedeutendsten Vertreterinnen des Expressionismus und Wegbereiterin der literarischen Moderne gilt.

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