Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, und wenn ich auf dem Platz stehe, dann will ich einfach nur gewinnen, aber immer mit Respekt vor dem Gegner und dem Spiel.
Ich habe mir immer gesagt: Wenn ich den Ball nicht richtig treffe, dann gehe ich zum Schiedsrichter und sage ihm, dass es kein Elfmeter war.
Hintergrund & Bedeutung
Miroslav Klose äußerte diesen Satz in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung im September 2012, kurz nachdem er für eine außergewöhnliche Fair-Play-Geste weltweit Anerkennung gefunden hatte. In einem Spiel für Lazio Rom gegen den SSC Neapel erzielte er ein Tor mit der Hand, das vom Schiedsrichter zunächst gegeben wurde. Klose intervenierte jedoch sofort und gab das Vergehen zu, woraufhin der Treffer annulliert wurde. Diese Situation war kein Einzelfall in seiner Karriere; bereits 2005 hatte er als Spieler von Werder Bremen einen fälschlicherweise zugesprochenen Elfmeter korrigiert. Das Zitat reflektiert somit eine tief verwurzelte sportliche Ethik in einer Phase, in der der Profifußball zunehmend von Kommerzialisierung und dem Druck des unbedingten Erfolgs geprägt war. Die Kernidee hinter diesen Worten ist die unbedingte Integrität des Athleten, die über dem kurzfristigen sportlichen Vorteil steht. Klose definiert Erfolg nicht allein durch das Ergebnis, sondern durch die Art und Weise, wie es zustande kommt. Für ihn ist die Wahrheit auf dem Platz ein moralisches Imperativ, das die Autorität des Schiedsrichters nicht untergräbt, sondern durch Ehrlichkeit stützt. Diese Haltung ordnet ihn als einen Vertreter der 'alten Schule' ein, für den Anstand und Vorbildfunktion untrennbar mit dem Profisport verbunden sind. Heute dient das Zitat als Referenzpunkt in Debatten über Fair Play und die Vorbildwirkung von Idolen. Es wird häufig in der Sportpädagogik sowie in Management-Seminaren angeführt, um den Wert von Charakterstärke gegenüber opportunistischem Handeln zu verdeutlichen. In einer Zeit, in der technische Hilfsmittel wie der Videobeweis die moralische Verantwortung der Spieler oft in den Hintergrund drängen, bleibt Kloses Aussage ein zeitloses Plädoyer für die Eigenverantwortung im Sport.
