Wenn man alt wird, muss man aufpassen, dass man nicht stehen bleibt, sondern immer wieder versucht, mit der Zeit zu gehen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Wenn die Leute lachen, dann ist das für mich das Schönste, was es gibt. Denn Lachen ist die beste Medizin, das ist ja bekannt, und wenn ich dazu beitragen kann, dann freue ich mich.
Hintergrund & Bedeutung
Willy Millowitsch äußerte diese Worte im Jahr 1989 während eines Interviews mit der ARD, als er bereits auf eine jahrzehntelange Karriere als Volksschauspieler und Theaterleiter zurückblickte. In einer Zeit, in der sich die deutsche Medienlandschaft durch den Aufstieg des Privatfernsehens massiv wandelte, blieb Millowitsch eine Konstante der volksnahen Unterhaltung. Das Gespräch fand in einer Phase statt, in der sein Wirken am Kölner Millowitsch-Theater längst Kultstatus erreicht hatte und er als eine Art moralische und humoristische Instanz des Rheinlands galt. Die Aussage reflektiert seine tiefe Verwurzelung in der Tradition des Volkstheaters, das stets den direkten emotionalen Austausch mit dem Publikum suchte.Die Kernbotschaft unterstreicht ein zutiefst humanistisches Verständnis von Unterhaltung. Für Millowitsch war Komik kein bloßer Selbstzweck, sondern eine soziale Dienstleistung mit therapeutischem Charakter. Die Berufung auf das bekannte Sprichwort, Lachen sei die beste Medizin, verdeutlicht seine Überzeugung, dass Humor eine heilende Kraft besitzt, die den Menschen hilft, die Härten des Alltags zu bewältigen. In seinem Denken war die Freude des Publikums der ultimative Gradmesser für den Erfolg seiner Arbeit; er sah sich selbst als Vermittler von Lebensmut und menschlicher Wärme.Heute dient die Aussage oft als Referenz für die Bedeutung von Empathie und Bodenständigkeit in der Kunst. Sie wird regelmäßig in Nachrufen, biografischen Rückblicken oder in Diskussionen über die Relevanz von Unterhaltungskultur zitiert. Besonders im rheinischen Brauchtum und in der Hospizarbeit findet das Zitat Anwendung, um die psychologische Wichtigkeit von Humor in schwierigen Lebenslagen hervorzuheben. Es bleibt ein prägnantes Zeugnis für Millowitschs Lebenswerk, das die Verbindung zwischen darstellender Kunst und gelebter Mitmenschlichkeit betont.
