Sex ist vor einem Spiel völlig normal. Nur die Spieler dürfen nicht die ganze Nacht nach den Frauen suchen müssen.
Wenn ich über das Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker: Nicht mal schwimmen kann er.
Hintergrund & Bedeutung
Berti Vogts äußerte diesen Satz während seiner Amtszeit als deutscher Bundestrainer in den 1990er-Jahren, einer Phase, die von einem extrem angespannten Verhältnis zwischen ihm und der Sportpresse geprägt war. Trotz sportlicher Erfolge, wie dem Gewinn der Europameisterschaft 1996, sah sich Vogts einer oft unsachlichen und harten Kritik gegenüber, die seine Person und seinen taktischen Stil angriff. In diesem Klima der ständigen Rechtfertigung entstand das Bild des Unverstandenen, der es seinen Widersachern ungeachtet der erbrachten Leistung niemals recht machen konnte.Die Aussage ist ein prägnantes Beispiel für die psychologische Dynamik von Vorurteilen und selektiver Wahrnehmung. Vogts verdeutlicht damit, dass Kritiker, die ein negatives Urteil bereits gefällt haben, selbst außergewöhnliche Leistungen – symbolisiert durch das biblische Motiv des Wandelns auf dem Wasser – ins Negative umkehren, um ihr bestehendes Weltbild zu bestätigen. Es offenbart seine tiefe Überzeugung, dass die Bewertung seiner Arbeit nicht an objektiven Kriterien, sondern an einer voreingenommenen Antipathie scheiterte.Heute gilt das Zitat als klassisches Bonmot der deutschen Fußballgeschichte und wird weit über den Sport hinaus verwendet, um Situationen zu beschreiben, in denen Menschen mit absurder oder destruktiver Kritik konfrontiert sind. Es findet regelmäßig Anwendung in der politischen Kommunikation und im Management-Coaching, wenn es darum geht, die Unmöglichkeit zu illustrieren, es einer feindselig eingestellten Öffentlichkeit recht zu machen. Damit hat sich der Satz als stehende Redewendung für die bittere Erkenntnis etabliert, dass Erfolg allein kein Schutz gegen Missgunst ist.
