Wenn du also bei der Verrichtung irgendeiner Handlung bist, so erinnere dich daran, was für eine Art von Sache sie ist, und bereite dich darauf vor, was ihr folgt.
Zitate von Epiktet
Epiktet war ein bedeutender griechischer Philosoph der Stoa, der als ehemaliger Sklave die Freiheit des Geistes und die Unterscheidung zwischen Beeinflussbarem und Unbeeinflussbarem lehrte.
17 Zitate
Epiktet wurde um 50 n. Chr. in Hierapolis in Phrygien geboren und verbrachte einen Großteil seiner Jugend als Sklave in Rom. Sein Herr, Epaphroditos, erlaubte ihm jedoch, die Vorlesungen des stoischen Lehrers Musonius Rufus zu besuchen, was den Grundstein für seine philosophische Laufbahn legte. Nach seiner Freilassung lehrte Epiktet selbst in Rom, bis Kaiser Domitian im Jahr 93 n. Chr. alle Philosophen aus der Stadt verbannte. Epiktet zog daraufhin nach Nikopolis in Griechenland, wo er eine eigene Schule gründete und bis zu seinem Tod um 135 n. Chr. ein bescheidenes Leben führte. Da er selbst keine Schriften verfasste, sind seine Lehren ausschließlich durch seinen Schüler Arrian überliefert, der sie in den ‚Dissertationen‘ und dem ‚Handbüchlein der Moral‘ festhielt. Das Zentrum von Epiktets Denken ist die radikale Unterscheidung zwischen Dingen, die in unserer Macht stehen, und solchen, die außerhalb unseres Einflusses liegen. Zu Ersteren zählen unsere Meinungen, Absichten und Begehren; zu Letzteren gehören der Körper, Besitz, Ruhm und das Schicksal. Wahre Freiheit und Seelenruhe (Ataraxie) erreicht der Mensch laut Epiktet nur, wenn er seine Identität allein auf seinen moralischen Charakter und seinen freien Willen (Prohairesis) stützt. Ein zentrales Motiv ist dabei die Akzeptanz der äußeren Welt: Nicht die Dinge an sich beunruhigen die Menschen, sondern ihre Urteile über diese Dinge. Diese kognitive Distanzierung ermöglicht es dem Individuum, auch unter widrigsten Umständen unerschütterlich zu bleiben. Epiktets Einfluss auf die Geistesgeschichte ist immens. In der Antike prägte er maßgeblich das Denken des römischen Kaisers Marc Aurel. Während der Renaissance und der Aufklärung griffen Denker wie Pascal und Kant auf seine ethischen Prinzipien zurück. In der modernen Psychologie bildet seine Lehre das theoretische Fundament der Kognitiven Verhaltenstherapie, insbesondere der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie nach Albert Ellis. Sein Vermächtnis bleibt aktuell, da es eine zeitlose Anleitung zur psychologischen Resilienz bietet und die Eigenverantwortung des Individuums in einer oft unberechenbaren Welt betont.
Ein Schiff soll man nicht an einen einzigen Anker legen und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung.
Wer Fortschritte machen will, muss es ertragen, in äußeren Dingen für unverständig und töricht gehalten zu werden; strebe nicht danach, als ein Wissender zu erscheinen.
Erst wenn wir gelernt haben, uns nicht mehr um Dinge zu sorgen, die außerhalb unserer Macht stehen, werden wir inneren Frieden und Freiheit finden.
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.
Verlange nicht, dass die Dinge so gehen, wie du es wünschst, sondern wünsche, dass sie so gehen, wie sie gehen, und du wirst glücklich sein.
Wer aber ein guter Mensch ist, der ist unbesiegbar; denn er lässt sich auf keinen Kampf ein, in dem er nicht der Stärkere ist.
Es ist unmöglich, dass jemand lernt, was er zu wissen glaubt.
Wer ist ein freier Mensch? Nur derjenige, der über sich selbst die Herrschaft hat und sich von nichts Äußerem beherrschen lässt.
Es gibt nur einen Weg zum Glück: aufhören, sich Sorgen zu machen über Dinge, die jenseits unserer Macht liegen.
