Gott hat die Welt in der Weise geordnet, dass alles, was er geschaffen hat, in seinem Dienst steht und in der Ordnung bleibt, die er für jedes Geschöpf bestimmt hat.
Zitate von Hildegard von Bingen
Hildegard von Bingen war eine bedeutende deutsche Äbtissin, Universalgelehrte und Mystikerin des Mittelalters, die wegweisende Werke zur Naturheilkunde, Theologie und Musik hinterließ.
11 Zitate
Hildegard von Bingen wurde 1098 in Bermersheim vor der Höhe geboren und trat bereits in jungen Jahren in das Benediktinerkloster Disibodenberg ein. Unter der Leitung der Klausnerin Jutta von Sponheim erhielt sie eine umfassende Bildung, bevor sie 1136 selbst zur Leiterin der Frauengemeinschaft gewählt wurde. Trotz des Widerstands der männlichen Kirchenhierarchie gründete sie später die eigenständigen Klöster Rupertsberg und Eibingen. Ihr Leben war geprägt von visionären Erlebnissen, die sie mit päpstlicher Erlaubnis niederschrieb, was ihr für eine Frau der damaligen Zeit eine beispiellose öffentliche Autorität und politische Reichweite verlieh. Ihr Denken ist von der Vorstellung der ‚Viriditas‘ geprägt, der Grünkraft, die als göttliche Lebensenergie in der gesamten Schöpfung wirkt. Für Hildegard bildeten Kosmos, Mensch und Natur eine untrennbare Einheit. In ihren theologischen Werken wie ‚Scivias‘ sowie in ihren naturkundlichen Schriften ‚Physica‘ und ‚Causae et Curae‘ betonte sie die Verantwortung des Menschen für die Bewahrung dieser Ordnung. Krankheit verstand sie oft als ein Ungleichgewicht, das durch die Harmonisierung von Körper und Seele sowie durch die Heilkräfte der Natur geheilt werden müsse. Ihr Vermächtnis wirkt bis heute in der ganzheitlichen Medizin, der Musikwissenschaft und der feministischen Theologie nach. Ihre Kompositionen gehören zu den frühesten namentlich bekannten Werken der Musikgeschichte. Als ‚Prophetissa Teutonica‘ korrespondierte sie mit Kaisern und Päpsten, wobei sie Missstände in Kirche und Gesellschaft furchtlos kritisierte. Dass ihre Schriften heute noch intensiv rezipiert werden, liegt an ihrem interdisziplinären Ansatz, der ökologische, spirituelle und medizinische Fragen miteinander verknüpft und eine moderne Sehnsucht nach Ganzheitlichkeit anspricht.
Der Mensch ist ein lebendiges Gefäß, in dem Gott seine Werke wirkt, und er ist wie ein Spiegel, in dem sich die Herrlichkeit Gottes zeigt.
Die Seele ist im Körper wie der Saft im Baum, und die Kräfte der Seele sind wie die Gestalt des Baumes.
Die Seele ist ein Feuerhauch, den Gott in den Körper des Menschen gesandt hat, damit er lebe und in seinen Werken wirksam sei.
Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit, und die ist grün. Aus dieser grünen Kraft entstanden Himmel und Erde und alle Schönheit der Welt.
In der Seele des Menschen ist die ganze Welt verborgen, und sie spiegelt alles wider, was im Universum geschieht, wenn sie in Harmonie mit der Schöpfung lebt.
Es gibt kein Geschöpf, das nicht eine verborgene Kraft in sich hätte; denn die ganze Welt ist von der göttlichen Kraft durchdrungen.
Es gibt eine Kraft, die so groß ist, dass sie alles durchdringt und alles erhält, was lebt, und diese Kraft ist die Liebe.
Die Seele des Menschen ist wie ein Garten, den man hegen und pflegen muss, damit er Früchte trägt.
Alles, was auf Erden ist, hat einen Himmel in sich.
