Wenn du die Möglichkeit hast, etwas zu tun, was du liebst, und du merkst, dass die Leute das auch noch wertschätzen, dann ist das ein Geschenk, das man nicht hoch…
Zitate von Wolfgang Niedecken
Wolfgang Niedecken ist ein deutscher Musiker, Maler und Autor, der als Gründer und Frontmann der Kölschrock-Band BAP bundesweite Bekanntheit erlangte.
6 Zitate
Wolfgang Niedecken wurde 1951 in Köln geboren und wuchs in einem katholisch geprägten Umfeld auf, das seine frühe Weltsicht und seinen späteren Gerechtigkeitssinn formte. Nach dem Studium der freien Malerei an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln gründete er 1976 die Band BAP. Niedecken gelang es, den Kölner Dialekt aus der Nische des Karnevals zu lösen und ihn als ernsthafte Rock-Sprache zu etablieren. In seinen Texten verknüpfte er persönliche Erlebnisse mit dem Zeitgeist der Bundesrepublik, insbesondere der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung der 1980er Jahre. Sein künstlerisches Schaffen blieb dabei stets zweigleisig: Während er als Musiker Stadien füllte, blieb er als bildender Künstler aktiv und gestaltete oft die Plattencover seiner Band selbst. Niedeckens Denken ist tief in einem humanistischen Weltbild verwurzelt. Seine Texte zeugen von einer konsequenten Ablehnung von Intoleranz, Rassismus und sozialer Ungerechtigkeit. Ein zentrales Motiv ist die Zivilcourage, wie sie etwa im Song ‚Kristallnaach‘ thematisiert wird, der vor der Wiederkehr faschistischer Tendenzen warnt. Er vertritt die Überzeugung, dass Kunst eine gesellschaftliche Verantwortung trägt, ohne dabei rein plakativ zu wirken. Seine Sprache ist bildhaft und oft melancholisch, bleibt aber durch den Dialekt nahbar und authentisch. Diese Bodenständigkeit spiegelt sich auch in seinem langjährigen Engagement für soziale Projekte wider, insbesondere in Afrika. Das Vermächtnis Niedeckens liegt in der kulturellen Aufwertung regionaler Identität bei gleichzeitiger Weltoffenheit. Er hat bewiesen, dass Lokalkolorit und universelle politische Botschaften einander nicht ausschließen. Für viele gilt er als moralische Instanz, da er seine Popularität stets nutzte, um auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen. Seine Lieder sind heute fester Bestandteil des deutschen Kulturguts und werden als Chronik der bundesdeutschen Befindlichkeiten über mehrere Jahrzehnte hinweg geschätzt. Durch seine Authentizität bleibt er eine Identifikationsfigur für Generationen, die in seinen Worten eine Verbindung von Heimatliebe und kritischem Geist finden.
Ich habe immer versucht, in meinen Liedern die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie manchmal wehtut, denn nur so kann man eine echte Verbindung zu den Menschen aufbauen.
Wenn man älter wird, merkt man, dass die Zeit das kostbarste Gut ist, das wir haben, und dass man sie nicht mit Dingen verschwenden sollte, die einem nicht wichtig sind.
Mer muss sich och jünne künne, dat mer jetz he es un dat mer jetz he jet ze dunn hätt un dat mer dat jenieße darf.
Dat Beste, wat mer em Levve dunn kann, es, dat mer singe Dräum treu bliev un versöök, jet dovun en de Realität ömzesetze.
Man muss sich seine Träume bewahren, man darf sie nicht einfach so wegwerfen, denn ohne Träume ist das Leben eigentlich nur noch ein Verwalten von Zuständen.
