Wer die Welt verändern will, der muss sie erst einmal so nehmen, wie sie ist, um sie dann gemeinsam mit anderen ein Stück besser zu machen.
Die Musik ist eine Sprache, die keine Grenzen kennt, die Herzen öffnet und uns daran erinnert, was uns als Menschen verbindet, jenseits aller Unterschiede.
Hintergrund & Bedeutung
Frank-Walter Steinmeier äußerte diese Worte am 4. März 2017 in Berlin anlässlich der feierlichen Eröffnung des Pierre Boulez Saals. Es war einer seiner ersten großen öffentlichen Auftritte als frisch gewähltes Staatsoberhaupt. Die Einweihung dieses Konzertsaals, der Teil der Barenboim-Said-Akademie ist, stand im Zeichen der Völkerverständigung. Das Projekt wurde maßgeblich von Daniel Barenboim initiiert, um jungen Musikern aus dem Nahen Osten ungeachtet politischer Konflikte eine gemeinsame Plattform zu bieten. In einer Zeit wachsender internationaler Spannungen und populistischer Tendenzen betonte Steinmeier die verbindende Kraft der Kultur als diplomatisches Instrument.
Die Aussage unterstreicht die Überzeugung, dass Musik eine universelle Kommunikationsform darstellt, die sprachliche und kulturelle Barrieren überwindet. Steinmeier begreift Kunst hier nicht als bloßen ästhetischen Zeitvertreib, sondern als moralische Instanz, die Empathie ermöglicht und die gemeinsame menschliche Identität über nationale oder religiöse Differenzen stellt. Dies spiegelt seine langjährige Erfahrung als Außenminister wider, in der er stets den Dialog suchte. Die Kernidee ist die Vision einer Weltgesellschaft, die durch emotionale Resonanzräume wie die Musik zu einem friedlichen Miteinander findet.
Heute wird der Ausspruch regelmäßig bei kulturellen Eröffnungen, in Programmbroschüren von Philharmonien und bei interkulturellen Friedensprojekten zitiert. Er dient als Leitmotiv für die Relevanz der Kulturförderung in Krisenzeiten und wird in pädagogischen Kontexten genutzt, um den Wert der musikalischen Erziehung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu verdeutlichen. In der öffentlichen Wahrnehmung bleibt das Zitat ein Plädoyer für Humanität und Weltoffenheit, das weit über den ursprünglichen Anlass der Saaleröffnung hinausstrahlt.
