Man muss immer wieder versuchen, das Unmögliche möglich zu machen, und man darf sich nie damit abfinden, dass Dinge so sind, wie sie sind.
Die Wissenschaft ist der Motor unseres Fortschritts, und wir müssen alles daransetzen, dass wir in der Forschung und Entwicklung weltweit an der Spitze bleiben.
Hintergrund & Bedeutung
Angela Merkel formulierte diese Worte im Januar 2011 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. In einer Phase, die von der Erholung nach der globalen Finanzkrise und dem beginnenden Diskurs über die digitale Transformation geprägt war, unterstrich die promovierte Physikerin die strategische Bedeutung der Grundlagenforschung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Rede fiel in eine Zeit, in der die Bundesregierung die High-Tech-Strategie forcierte, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber aufstrebenden Mächten wie China zu sichern.
Die Aussage spiegelt Merkels tief verwurzelte Überzeugung wider, dass technologischer Vorsprung kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis kontinuierlicher staatlicher und privater Investitionen ist. Sie interpretiert wissenschaftliche Erkenntnis als primäre Ressource eines rohstoffarmen Landes. Für Merkel ist Forschung nicht nur ein kultureller Selbstzweck, sondern die notwendige Bedingung für sozialen Wohlstand und politische Stabilität. Ihr rationaler, wissenschaftlich geprägter Politikstil wird hier deutlich: Fortschritt wird als messbare Größe begriffen, die durch Innovationen in der Forschung und Entwicklung aktiv gesteuert werden muss.
Heute wird das Zitat regelmäßig in bildungspolitischen Debatten und bei Innovationsforen herangezogen, um Forderungen nach höheren Forschungsbudgets zu legitimieren. Es dient als Referenzpunkt für die Verknüpfung von Wissenschaftsfreiheit und ökonomischer Notwendigkeit. In der Rezeption gilt der Satz als programmatisch für die Ära Merkel, da er die Transformation Deutschlands hin zu einer wissensbasierten Gesellschaft beschreibt. Er findet sich häufig in wissenschaftsphilosophischen Abhandlungen über das Verhältnis von Staat und Technik sowie in Leitartikeln, die die Zukunftsfähigkeit des Standorts Europa thematisieren.
