Die schönsten Tore sind diejenigen, bei denen der Ball schön flach oben rein geht.
Hängt die Latte höher, damit ihr drunter durchlaufen könnt.
Hintergrund & Bedeutung
Mehmet Scholl äußerte diesen Satz im Jahr 2001, unmittelbar nach dem Triumph des FC Bayern München im Finale der Champions League gegen den FC Valencia. Der Erfolg markierte das Ende einer traumatischen Phase, die durch die dramatische Last-Minute-Niederlage gegen Manchester United im Jahr 1999 eingeleitet worden war. Scholl, bekannt für seinen spielerischen Witz und seine unangepasste Art, reagierte mit diesem Ausspruch auf den enormen Erwartungsdruck der Medien und der Öffentlichkeit, der jahrelang auf der Mannschaft gelastet hatte. In der Stunde des größten sportlichen Erfolgs nutzte er die Gelegenheit, um die Absurdität überhöhter Ansprüche zu kommentieren. Die Aussage ist ein Paradebeispiel für Scholls ironischen Umgang mit Leistungszwang. Anstatt die klassische Metapher der 'hochgelegten Messlatte' als Ansporn für noch höhere Sprünge zu akzeptieren, schlägt er vor, sie so hoch zu hängen, dass man sich gar nicht mehr an ihr messen muss, sondern bequem darunter hindurchgehen kann. Es ist eine Absage an den Verbissenheitskult im Profisport und ein Plädoyer für eine gewisse Leichtigkeit und Souveränität gegenüber äußeren Standards. Scholl ordnet den Erfolg damit nicht als Erfüllung einer Pflicht ein, sondern bewahrt sich eine subversive Distanz zum Geschäft. Heute wird das Zitat häufig in der Alltagskultur und im Management-Kontext verwendet, um auf ironische Weise Kritik an unrealistischen Zielsetzungen oder dem ständigen Optimierungswahn zu üben. Es hat sich als fester Bestandteil des deutschen Fußball-Zitatschatzes etabliert, da es die Persönlichkeit Scholls als Querdenker perfekt einfängt. In Diskussionen über Work-Life-Balance oder Leistungsdruck dient es oft als humorvolles Mantra für eine entspanntere Lebenshaltung.
