Die Seele folgt ihren eigenen Gesetzen und der Körper den seinen, und sie treffen sich durch die Übereinkunft der Vorherbestimmung, wie zwei Uhren, die genau gleich gehen.
Zitate von Gottfried Wilhelm Leibniz
Gottfried Wilhelm Leibniz war ein deutscher Universalgelehrter, Philosoph und Mathematiker, der unabhängig von Newton die Infinitesimalrechnung entwickelte und als einer der bedeutendsten Denker der Aufklärung gilt.
8 Zitate
Gottfried Wilhelm Leibniz wurde 1646 in Leipzig geboren und wuchs in einem akademischen Umfeld auf, das seine außergewöhnliche intellektuelle Frühreife förderte. Nach seinem Studium der Philosophie und Rechtswissenschaften, das er bereits mit 20 Jahren mit der Promotion abschloss, entschied er sich gegen eine akademische Laufbahn und trat in den Staatsdienst ein. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in Hannover als Hofrat und Bibliothekar der Welfen-Herzöge. In einer Ära, die vom Dreißigjährigen Krieg gezeichnet war, agierte Leibniz nicht nur als Gelehrter, sondern auch als Diplomat und politischer Berater, der durch ganz Europa reiste und mit den führenden Köpfen seiner Zeit korrespondierte. Sein Wirken war geprägt vom Streben nach einer universellen Synthese des Wissens und der Versöhnung konfessioneller Spaltungen. Das Denken von Leibniz ist von einem tiefen Optimismus und dem Glauben an eine rationale Weltordnung durchdrungen. Seine berühmte These, dass wir in der „besten aller möglichen Welten“ leben, entspringt seiner Theodizee: Gott habe aus unendlich vielen Möglichkeiten jene Welt realisiert, die das Maximum an Vielfalt bei einem Minimum an einfachen Gesetzen vereint. Ein zentrales Motiv ist die „Monadenlehre“, in der er die Welt als ein System aus unteilbaren, geistigen Substanzen beschreibt, die in einer prästabilierten Harmonie zueinander stehen. Leibniz suchte stets nach einer „Characteristica universalis“, einer universellen logischen Sprache, mit der sich alle menschlichen Irrtümer durch bloßes Rechnen lösen ließen. Sein Vermächtnis ist von unschätzbarem Wert für die moderne Wissenschaft. In der Mathematik legte er mit der Erfindung der Differential- und Integralrechnung sowie der Einführung des binären Zahlensystems die Grundlagen für die heutige Computertechnik. In der Philosophie beeinflusste sein Rationalismus die deutsche Aufklärung und später Denker wie Kant und Hegel maßgeblich. Leibniz wird heute als Vorläufer der Kybernetik und der modernen Logik geschätzt. Seine Vision einer vernetzten, wissenschaftlichen Gemeinschaft und sein interdisziplinärer Ansatz machen ihn zu einer zeitlosen Identifikationsfigur für das Ideal des Universalgenies, dessen Streben nach Erkenntnis keine fachlichen Grenzen kannte.
Die Welt ist die Gesamtheit der Dinge, die existieren, und alles, was in ihr geschieht, folgt aus der vollkommenen Weisheit Gottes, der alles nach dem Prinzip des besten Grundes geordnet…
Es ist eine der wichtigsten Regeln der Lebenskunst, dass man sich bemühen muss, seine Freude an den Dingen selbst zu finden und nicht nur an ihrem Erfolg.
Die Gegenwart ist trächtig von der Zukunft, das Kommende könnte man aus dem Vergangenen lesen, das Entfernte ist im Nahen abgebildet.
Nichts ist nützlicher als die Kunst, die Wahrheit zu suchen, und man muss sie so weit wie möglich auf die Probe stellen, um zu sehen, ob sie standhält.
Musik ist das verborgene Rechnen des Geistes, der sich nicht bewusst ist, dass er mit Zahlen umgeht.
Die Liebe ist jene Übung des Wohlwollens, durch welche wir uns am Glück eines anderen erfreuen und dessen Wohlergehen als unser eigenes betrachten.
Es ist die beste aller möglichen Welten, in der alles, was geschieht, seinen Grund hat, auch wenn wir ihn nicht immer erkennen können.
