Die Welt ist die Gesamtheit der Dinge, die existieren, und alles, was in ihr geschieht, folgt aus der vollkommenen Weisheit Gottes, der alles nach dem Prinzip des besten Grundes geordnet hat.
Universalgelehrter Monadologie, 1714
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Hintergrund & Bedeutung

Gottfried Wilhelm Leibniz verfasste die Monadologie im Jahr 1714, gegen Ende seines Lebens, als eine systematische Zusammenfassung seiner metaphysischen Lehre. In einer Zeit des Umbruchs zwischen Barock und Aufklärung versuchte er, die mechanistische Naturwissenschaft mit einer geistigen Urgrundlehre zu versöhnen. Das Werk entstand primär auf Anregung des Prinzen Eugen von Savoyen und reflektiert Leibniz’ Bestreben, ein universelles philosophisches System zu etablieren, das die Zersplitterung der Weltanschauungen seiner Epoche überwindet. Kern der Aussage ist die Theorie der prästabilierten Harmonie und der Optimismus, dass unsere Welt die beste aller möglichen Welten sei. Leibniz postuliert, dass Gott aus einer unendlichen Zahl an Möglichkeiten jene Welt realisiert hat, die das Maximum an Vielfalt bei einem Minimum an einfachen Regeln vereint. Alles Geschehen folgt dem Satz vom zureichenden Grund, wonach nichts ohne eine rationale Ursache existiert. Diese teleologische Sichtweise ordnet jedes Einzelding in einen göttlichen Gesamtplan ein, in dem Vernunft und Moral die leitenden Prinzipien der Schöpfung bilden. In der Wirkungsgeschichte löste diese Position kontroverse Debatten aus, am prominentesten in Voltaires Satire Candide, die den Leibnizschen Optimismus angesichts des Leids in der Welt verspottet. Dennoch bleibt der Gedanke in der modernen Systemtheorie und der Philosophie des Geistes relevant. Heute wird die Passage oft zitiert, um über die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Kausalität und Sinnfragen zu diskutieren oder um die historische Wurzel des rationalistischen Weltbildes zu verdeutlichen, das von einer grundlegenden Verstehbarkeit der Realität ausgeht.

Gottfried Wilhelm Leibniz

Universalgelehrter · Deutsch

Gottfried Wilhelm Leibniz war ein deutscher Universalgelehrter, Philosoph und Mathematiker, der unabhängig von Newton die Infinitesimalrechnung entwickelte und als einer der bedeutendsten Denker der Aufklärung gilt.

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