Man muss sich trauen, man selbst zu sein, und die Liebe in sich finden, denn nur durch die Liebe kann man die Welt ein kleines Stückchen besser machen.
Ich bin eine Kämpferin für die Liebe und für die Wahrheit, und ich glaube, dass jeder Mensch ein göttliches Licht in sich trägt, das niemals erlöschen kann.
Hintergrund & Bedeutung
Nina Hagen äußerte diese Worte im Jahr 2010 während eines Interviews mit der Zeitschrift 'Gala'. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Künstlerin, die in den 1970er-Jahren als 'Godmother of Punk' weltberühmt wurde, in einer Phase tiefer spiritueller Neuorientierung. Ein Jahr zuvor hatte sie sich evangelisch-reformiert taufen lassen, was einen markanten Wendepunkt nach Jahrzehnten der Beschäftigung mit östlichen Religionen und dem Hinduismus darstellte. Das Zitat spiegelt ihre damalige Bestrebung wider, ihre rebellische Punk-Attitüde mit christlicher Nächstenliebe und einem radikalen Pazifismus zu vereinen.Die Aussage artikuliert Hagens unerschütterlichen Glauben an die immanente Würde und Güte jedes Individuums. Die Metapher des 'göttlichen Lichts' verweist auf eine spirituelle Anthropologie, in der der Mensch trotz aller Verfehlungen einen heiligen Kern behält. Hagen versteht sich hierbei nicht nur als Unterhaltungskünstlerin, sondern als moralische Aktivistin, die Wahrheit und Liebe als politische Waffen gegen gesellschaftliche Kälte einsetzt. Diese Überzeugung ist zentral für ihr Spätwerk, in dem sie religiöse Dogmen oft zugunsten einer universellen, ekstatischen Spiritualität aufbricht.Heute wird die Passage häufig zitiert, um Hagens Wandel von der provokanten Schock-Ikonin zur spirituellen Mahnerin zu illustrieren. Sie findet Verwendung in Porträts über die deutsche Popkultur sowie in Diskursen über die Vereinbarkeit von Punk-Subkultur und religiösem Glauben. Da das Zitat eine zeitlose Hoffnung auf Erlösung und menschliche Unantastbarkeit ausdrückt, wird es auch in alltagsphilosophischen Kontexten und sozialen Medien als Motivationsspruch für Zivilcourage und Selbstwertgefühl rezipiert.
