Ich bin eine Mörderin. Ich habe Menschen getötet, und ich würde es wieder tun. Es gibt keine Chance, dass ich jemals wieder jemanden töten werde, weil ich jetzt im Gefängnis…
Ich bin keine Serienmörderin. Ich habe sie in Notwehr getötet, das ist die Wahrheit. Ich habe sie in Notwehr getötet, und ich würde es wieder tun.
Hintergrund & Bedeutung
Aileen Wuornos äußerte diese Worte im Jahr 1992 während eines Interviews mit dem Dokumentarfilmer Nick Broomfield für dessen Film „The Selling of a Serial Killer“. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich bereits im Todestrakt in Florida, nachdem sie wegen des Mordes an mehreren Männern verurteilt worden war. Die gesellschaftliche Stimmung war geprägt von einer medialen Sensationslust, die Wuornos als Amerikas erste weibliche Serienmörderin stilisierte. Inmitten juristischer Kämpfe und Vorwürfe der korrupten Vermarktung ihres Falles durch Anwälte und Polizei versuchte Wuornos, die Deutungshoheit über ihre Taten zurückzugewinnen.
Inhaltlich spiegelt die Aussage ihre fundamentale Verteidigungsstrategie und ihr tiefes persönliches Gerechtigkeitsempfinden wider. Wuornos beharrte bis kurz vor ihrer Hinrichtung darauf, dass die Tötungen keine geplanten Morde, sondern Reaktionen auf brutale Vergewaltigungsversuche während ihrer Arbeit als Prostituierte waren. Die Behauptung, sie würde „es wieder tun“, unterstreicht ihre Überzeugung, dass Gewalt ein legitimes Mittel der Selbstbehauptung gegenüber männlicher Aggression darstellt. Es verdeutlicht ein Weltbild, in dem sie sich als Opfer systematischer Gewalt sieht, das keine andere Wahl hatte, als mit tödlicher Konsequenz zurückzuschlagen.
Heute wird die Aussage häufig in der Popkultur und in feministischen Diskursen rezipiert, um die Komplexität von weiblicher Gewalt und Viktimisierung zu diskutieren. Das Zitat dient als zentrales Element in der filmischen Aufarbeitung ihres Lebens, etwa im Spielfilm „Monster“, und wird in kriminologischen Debatten über die Definition von Notwehr versus Serienmord angeführt. Es bleibt ein kontroverses Zeugnis für den schmalen Grat zwischen dem Schrei nach Gerechtigkeit und der Rechtfertigung von Gewalt, weshalb es in True-Crime-Formaten sowie soziologischen Analysen über soziale Randgruppen gleichermaßen präsent ist.
